Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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II« Wort und Miene trug die Achte FeuerfarLe der Religion an und in sich. In der Stimme des belehrenden Va« ters hörte der Sohn die Stimme Gottes, und in dem züchtigen Wesen der stillen Mutter betete die Tochter das Wesen der Liebe und Unschuld an. Die Hausfreunde wa« ren grrßkcntheils von demselben Geiste beseelt. Und sauden sich auch einige unter ihnen, die in religiöser Hinsicht mit andern Augen sahen und mit andern Ohren hörten, so wagten sie es nicht ihre Gedanken in Worte zu kleiden und den heiligen Familienzirkel zu entweihen, ans weichem man sie, widrigen Falles, nicht auf das Delikateste verwiesen haben würde. Co wurden die Eindrücke zur Be« fördcrung der Religiosität stündlich und augenblicklich bei dem Kinde erneuert und das Gefühl für den Erhabenen und Unsichtbaren zur zweiten Natur in dem Herzen des werdenden Menschen erhoben. Denn er hatte den besten, den ersten Lehrer zur Unterweisung, das Beispiel, und es bestätigte sich der Spruch des Weisen: TonZun» itev cst per pi acccpta; breve et efllcax per exeinpla. In dieser frommen und heiligen Scheu besuchte der Knabe und das Mädchen das sogenannte Lchrzimmer und fanden hier wiederholt, was sie im Hause der Eltern ge« sehen und gehört haben. In intellektueller Hinsicht wurde die zarte Seele freilich sehr vernachläßigt und verwahr!»- sct; aber das Her; des Einfältigen wurde gebildet durch eine — ich möchte sagen — religiöse Anschauung. Alles, was sich ereignete, wurde unmittelbar von Gott abgeleitet, und was uns gründliche Pädagogen in ihren fetzigen Schriften als gediegen und wahr empfch-