Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 17)
- Language
- German
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t»cT l unter vier Augen Folgendes zu erzählen, was ihm seil st begegnet war. Nach der Preußischen Besitznahme von Sndpreußen wurde den Barbieren, die bis dahin die allgemeinen Aerzke in den kleinen Städten gewesen waren, von der Regierung das Handwerk gelegt. Zu dem Ende würbe verordnet, daß, wer ferner prakriciren wollte, sich zuvor in Berlin examiniren lassen müsse. Dieß Schicksal traf auch einen jüdischen Darbier, der sein Unglück dem Professor Herz klagte. Daß ich mich soll prüfen lassen, sagte der Mann, geschieht bloß auf Betrieb und Lerläum« du»g des christlichen Doktors (der übrigens, drollig ge« nng, auch nur ein Barbier war). Dieser Mann verfolgt nach, weil ich soviel Zutrauen und Glück habe; denn cs ist wahr, ich heile alles, alles, Schwindsucht, Lungensucht, Wassersucht, Epilepsie, mit einem Wort, Alles. Lieber Herr Professor! Kann ich dafür?״ — ״Ja, lieber Gott, setzte dann Her; lächelnd hinzu, wenn ein Genesener mir mit den wärmsten Bezeugungen der Dankbarkeit die Hand drückt, weil er mir seine Gesundheit schuldig zu seyn glaubt, mocht' ich ihm oft antworten; Lieber Freund, kann ich dafür?" In den letzten Jahren seines Lebens entsagte er fast gänzlich dem eigentlichen Studium der Philosophie. Seine ausgcbreitctc Praxis, und die Sorge für die unter ihm stehende große Kranlenansialt, die er möglichst vervollkomm« nere, raubten ihm die Zeit dazu; Kranke außerhalb Ber« litt, die seinen Rath suchten, verursachten ihm einen be« schwerlichen Briefwechsel, und seine Beschäftigungen mit den neuesten Entdeckungen sowohl in dcr Arzncikunde, a($