Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1811)
- Article
- Biographie des Herrn Marcus Herz
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 2)
- Language
- German
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lang genug gedauert hat, geizig genug angewendet wor« den ist, um unmerklich in wohlthätigen Kreisen fort;»« wirken von Geschlecht ju Geschlecht! Denn es gilt hier einen Mann, der als edler Mensch, als scharfsinniger Gelehrter, als treu - wirkender Ausübcr eines schönen Be« rufö, als Achtungerzwingender. Repräsentant einer nieder« gedrückten Nation und Gemeinde, auf seinen unvergeßli« chen Namen die höchsten Ehrentitel gehäuft hat, die nur immer einem Sterblichen an die Geschichte seiner kurzen Erscheinung ans dieser Erde zu knüpfen vergönnt ist. Er hat dem Staat, der mit Gerechtigkeit ihm alle Rechte eines geachteten Bürgers genießen ließ, hinlänglich alles wieder vergolten, indem er allgemein anerkannt eine Zierde und Ehre der Preußischen Monarchie und ihrer große» Hauptstadt wurde. Unverwelkliche Kronen seinem Ge« dächtniß! Herz stammte von Eltern Jüdischer Religion, z» B e r l i n, wo sein Vater sich kümmerlich durch Unterricht im Schreiben ernährte. Seinen ersten Unterricht erhielt er im Ephraimischen Stifte zu Berlin, indem er von sei» nen Eltern der jüdischen Theologie gewidmet ward. In seinem fünfzehnten Jahre verließ er es, und kam als Handlungsdiener zu einem Kaufmann nach Königsberg in Preußen. Aber dieser beschränkte Lhätigkeitskrcis ward seinem nach höhern und mannigfaltigern Kenntnissen strebenden Geiste bald zu eng; er ver« ließ ihn und widmete sich, unterstützt von Freunden und Wohlthatern, die er sich durch Fleiß und Durst nach Wissenschaften erworben hatte, ganz dem Studieren. Die