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Sulamith · 1811-01-01 · 1 Bd. 1 H. (1811) · p. Seite 60

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Dritter Jahrgang 1810-1811
Issue
1 Bd. 1 H. (1811)
Article
Eine Blume auf das Grab des Herrn Jakob Stern, Mitglied des Israelitischen Vorstandes zu Frankfurt am Main
Date
1811-01-01
Page
Seite 60 (sequence 2)
Language
German
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60 Stolzes seiner Freunde — von dem Grabe des Hekrn Jakob Stern. Wer das Verdienst nicht bloß in den Launen des Zufalls, wer die Würde unserer Handlungen nicht bloß jn ihrem Glanze sucht, wem die hehre Weihe des inner« Menschen mehr ist, als der erborgte Schimmer der außcrn Verhältnisse, der wird hoffentlich in diesen ticfgefühl. ten Worten mehr sehen als leere Deklamation. Jn der S u l a m i t h, dem Repertorium des Edel» und Guten unter unfern Glaubensgenossen, dürfte eine charakteristische Skizze dieses würdigen Mannes nicht am Unrechten Orte seyn. So schwach dieses Gemälde auch ist, so wird doch der Denker die schönen Züge des Modells nicht derkennen. Wer den Seligen genauer kannte, und mit ruhigcrem Gemüthe an denselben zurückdenkcn kann, der niöge diesen siüchtigen Umriß rcktifizircn und vollenden. Geboren zu einer Zeit, wo jeder Strahl der Vernunft sorgfältig verscheucht und anathemisirt wurde, von dem wüthigen Haufen der Hyper-Orthodoxen» wußte sich Hr. Jakob Stern bei einer anfangs ärmlichen Komtoir- Besoldung, schon frühe mit den Wissenschaften vertraut zu machen, welche den Geist erleuchten, und das Herz durch die lichte Bahn der Wahrheit zur Tugend führen, In der Tugend begründen. Was er wußte, und er wußte vieles und viel, das hatte er autodiraktisch erlernt, in den nächtlichen Stunden, die sein Beruf ihm nicht raubte. Daher das eigenthamliche Gepräge seines Geistes, der feste und richtige Standpunkt, aus welchem er die Dinge zu betrachten pflegte, die jugendliche Lebhaftigkeit, mit

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