Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1811)
- Article
- Über Schaatnez (Schaatnes)
- Date
- 1811-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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die Ausdehnung dieses Verboths auf jedes aus Wolle und Baumwolle, oder wohl gar aus Wolle und Flachs beste« hende Zeug scheint mir etwas ganz Willkührliches. Die Frage bleibt aber noch zu beantworten: Was für Kleider sind cs, die durch שעטנז bezeichnet werden? Die meisten Uebersctzcr übergehen dieß Wort gänzlich mit Stillschweigen, oder nehmen es unübersetzt auf. Selbst bei den LXX. ist hier wenig Raths zu erholen. K/,3(T>j\01׳j wie sie übersetzen, kann es gewiß nicht heißen; denn da Kiß&ho (chebrechrisch) in seiner eigenthümlichcn Dedeutung keinen Sinn giebt, und also bloß so viel als v e rmischt heißen kann, so machte es mit dem Worte ׳כלאים ebenfalls vermischt, eine ganz leere Tavtologie. So viel ist nun aber gewiß, daß das Wort סדינים (Richter XIV. 13.) von allen einsichtsvollen Uebersetzern durch S i n d 0 n e s gegeben wird. Der סזין של בוץ im Tract. Juma Kap. 3. ist auch nichts anders als Sinclolies byssinae, da Siddon und Sindon gewiß die nämlichen Worte sind. Ware cs aber zu viel gewagt, wenn wir das vor uns liegende שעטנז das nach hebräischer Orthographie geschriebene Wort Sindones erklärten. Ich glaube nicht. Das זז ist bekanntlich ein Nascnbuchstabe, und drückt das ng aus. Setzen wir daher נג für ע, so heißt das biblische Wort sindones. Der Gesetzgeber vcrboth daher den Juden bloß die äußerst theuren Sindoncs Bnßina zu tragen, weil dadurch ein Luxus bei dem Volke cingeschlichen wäre, der mit der