Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1810)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 2)
- Language
- German
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4°S Vorwurf machen, daß er ihm eine schwache Natur, oder einen unvermögenden Seist zugethcilt habe. So wenig der Zirkel sich beklagen darf, daß Gott ihm nicht die Eigrnschastcn einer Kugel, oder ein von Stein, gequältes Kind, daß Gell ihm .einen ungesunden Körper zu Theil werden ließ: so wenig kann sich auch ein Mensch von schwachen Geisteskräften darüber beschweren, daß Gott ihm Starke, wahre Erkenntniß und Liebe Gottes verweigerte und ihm eine so schwache Natur gab, daß er seine Degierden weder bezwingen noch mäßigen kann. Denn zu der Natur eines jeden Dings gehört weiter nichts als was aus seiner Ursache nothwcndiz folgt. Daß cs aber nicht zu der Natur eines jeden Menschen gehöre von star« ker Seele zu scyn» und daß cs eben so wenig in unserer Macht stehe, einen gesunden Körper als eine gesunde Seele zu haben, wird Niemand leugnen, der sich nicht ganz gegen alle gesunde Vernunft aufichnt. Sie wenden dage- ׳ gen ein: wenn die Menschen norhwrndigcrwcisc sündigen; so sind sie zu entschuldigen — Gut! welche Folgerung wollen Cie hieraus ziehen? Meinen Sie, Sott , könne deswegen nicht gegen sie zürnen und sic waren der Seligkeit, d. .h. der Erkenntniß und Liebe Gottes, würdig?׳— Das crsicrc, Gott könne nicht gegen sie zürnen, gebe ich Ihnen gerne zu, Gott zürnt nicht, aber alles geschieht nach seinem Aussprüche") — Darin kann ich Ihnen aber nicht *) Wo die Ausdrücke: Gott zürnt, Sott ist freundlich, der Arm Gottes u. s. w. in der heiligen Schrift angekrossen werden, sagt Rabbi M v s e S M a y m o n ides, sind sic keineLwcgeS buchstäblich so zu verstehen, sondern sie dienen nur dazu, den M c n sch c n bei der