Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Der Tod Sauls oder die Hexe zu Endor
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 326 (sequence 10)
- Language
- German
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Sie wahnen, nicht weil wir so wollen konnten? Ha, über diese Klugheit Philisteas! Ein Schwerdt den Rasenden zu geben, und Nicht seine Klinge fürchten! Das den Würhcndcn Zu laffin, und nicht seiner Wuth erzittern! 2si dieses ein Vertrauen? Ein Vcrtraun, Das ehrlich sic in unsre Ehre setzen? Das, frei empfangen, uns verbinden konnte? Nem, nein! Gezwungen hat man uns zu wählen; Cie haben unsrcr Schande sich vertraut, Und sollen schändlich sich betrogen sehn. Blind haben sie die blinde Wuth beschworen; Cie müssens tragen, wenn sic sie verzehrt. Jonathan. Sehr fertig, .Fremdling, sch' ich schweres Unrecht Mit starken Rechtcsgründcn dich belegen; Mit guten Waffen dich die schlime Sach' Vcrtheidigen. Doch — angenommen auch — Es konnte David recht, es könnt' erlaubt Ihm seyn, so wie cs nicht recht ist, zu handeln Was könnte nu'ch, der nicht gezwungen ist, De: schlimmer noch das Schlimme wählen würde f Was mich zur Thcilnahme berechtigen? Mir würde diese laue Flamme selbst, Daran ihr das Gewissen wärmt, gebrechen; . Und hinterlistiger Verracher müßt' Ich seyn vor Freundes wie.vor Feindes Augen. Fremder. Zm Kriege, Prinz, gilt List für Recht und nützen Muß jeder, was von ihm sich nützen laßt.