Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 5 H. (1810)
- Article
- Feyerliche Einweihung des Jacobs-Tempels in Seesen
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 310 (sequence 13)
- Language
- German
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-verschieden denkende Parthcren — wenn auch nicht zur Gemeinst-aft, aber doch zürn Naherseyn leiten; nur die Vernunft nrit ihren ewigen Grundsätzen ist das Einzige, worin zuletzt die abweichendsten Partheicn, die ungläubigsten Selten, die weit entlegensten Volker übcreintresscn müssen. Eine reinere Gottesverchrung also, entfernt gehalten von jeder leidenschaftlichen Verketzerungsjuch:, von ledern einschränkenden Glaubenszwange, durch Aufklärung uud Eit-' tenlchrc empfohlen, nur in den wichtigsten Punkten aller bessrcu Gottcslehren, in dem Glauben an Gott, an seine Heiligkeit, höchste Vollkommenheit und vorzüglich an seine Einheit die Hauptsache eines religiösen Glaubens suchend, und über die Dogmen nicht den letzten Zweck aller Gottesverchrung, die praktische Veredlung der Herzen, die willige Ausübung der Menschcnpflichterr versäumend' .... eine solche Rcligionsübung und Religionsläuterung schien mir besonders wichtig zur Forderung jener großen Absichten, zur Wegschaffung der alten Feindschaft zwischen beiden Parthcien zu scyn. Nur dieses wird neue schönere Bande knüpfen und neue Verhältnisse cinführcn, wird beide Partheicn in ihren einzelnen Gliedern nur den Menschen, nicht den Genossen einer Religion sehen lassen. Ja, meine Freunde, daß die Bekenner eines verschiedenen Glaubens hier nur zu einem gemeinschaftlichen Gott' beten, daß sie sich zu denselben großen Bru.dcrpchchtcn verbinden, daß sic fast in allen Grundsätzen, die hier gelehrt, in den heiligen Liedern , die hier gesungen, in den Gebeten, welche von dem vollen Herzen ausgeströmt werden, friedlich zusammensiimmen, daß sie in diesem einfachen, -bilderlosen Heiligthum' lernen, das Wesen der Gottesverchrung nicht