Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1810)
- Article
- Über die Nothwendigkeit einer Sammlung von Lebensbeschreibungen gelehrter und sonst rühmlich sich auszeichnender Männer in Israel
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 29)
- Language
- German
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262 "m nun H. in Wien war, verstrich eine ziemliche Zeit, berer sich ein Wirkungskreis feinen Kräften und Wünschen gemäß darbot. Im Octobcr 1784, als ein Konkurs zur Lehrkanzel der Philosophie auf der Universität zu'Wien ausgeschrieben wurde, trat auch er unter den Kandidaten, n an der Zahl, auf, und würde diese Stelle erhalten haben, wenn nicht Umstande eingerretcn waren, welche den Entschluß des Kaisers bestimmten, ihm die Einrichtung und Aufsicht über die gesammren deutschen Schulen der Israeliten in Ostgalizien anzuvertrauen. Er reiste also als k. k. Oberaufseher sämmtlicher deutschen Schulen in Galizien und Lodomerien nach Lemberg, und wurde von dem dortigen Gubernium auch zum Ccnsor der hebräischen Bücher crnannt. Im Jahre 179z. ließen Se. jetztregierende k. k. Majestät Franz ihn nach Wien bernfcn, und gaben ihm den Auftrag, ein System zur Derbesserung der moralischen und politischen Verfassung dep Iudenschast in Böhmen zu entwerfen. Die Folge dieses Systems war, das in mehrerer Hin» und Rücksicht merkwürdige, aber leider wegen so häufiger und von verschiedenen Seiten der wohllhäeigen Ausführung sich entgegensiemmendrr Hindernisse bis jetzt noch nicht hinlänglich realisirte Patent vom g. August 1797, die Religionsübung, den Unterricht, die EemeindeLerfassung, denDevölkerungssiand, die Nahrungswege, die politischen und Rechtsbehörden, so wie die Pflichten gegen den Staat die böhmische Iudenfthaft betreffend, in dessen׳ Einleitung, die menschenfreundliche Herzensgute Franzens׳ in folgenden Wor, ten so trefflich sichausspricht, nämlich: Um die Judenschaft in Böhmen nach den angenommenen