Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 4 H. (1810)
- Article
- Die Höhle zu En-Gedi
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 11)
- Language
- German
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und König! Saul drehte sich um, und — wer malt seine Ueberraschung! — sicht David zu seinen Fußen, das Antlitz gebeugt zur Erde. Warum, riefderCdle, o warum g-ebst Du Gehör den Elenden, die Dich überreden möchten, David wolle Dein Unglück? Siche, bei dieser Sonne! Du warst in der Höhle, die Du so eben verlassen hast, ganz mein. Auch fehlte cs nicht an Leuten, di: mich reiz» reu zu Deinem Mord; aber fern scy cs von mir, zu legen meine Hand an den Gesalbten des Herrn. O mein Vakcr, erkenne in meiner Hand die Schleife Deines Eewandes, und in ihr die Unschuld meines Herzens. -Ach, ich hatte stets Dich lieb; Du aber willst mir rauben mein geringes Leben? — Wie die Eisrindc vor dem Mittagsstrahl, so schwand jetzt plötzlich aller Groll aus dem Herzen Sauls. Tief gerührt beugte er sich herab zu dem Königlichen Fluchtling. ,-,-Ist das wirklich die Stimme meines Sohnes David? Hub er endlich schluchzend an. Ja, Du bist's: bist der edle David, der so großmüthig handelt an mir, seinem sträflichen Verfolger. Möge der Herr Dir vergelten diesen Tag, und die Großthat, die Du an mir verübt. Siehe, ich weiß es, daß Du König werden wirst, und die Regie-׳ rung Israels wird bestehen in Deiner Hand-— Schwöre mir, schwöre mir bei dem Herrn, daß Du nicht ausrotten willst meinen Eaamcn nach mir, Nd meine»Namen nicht willst vertilgen aus dem Haufe meines Vaters!" . Lautweinciid stürzte David an seine Brust, und cinr lange Brudernmarmirng enthob die Seligen der Erde^. Büschenrhal.