Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1810)
- Article
- Über die Konfirmation bei den Israeliten
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 115 (sequence 6)
- Language
- German
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1x5 der Humanität, in das ganze Leben einfließen ließe, und iw nicht die alten Zeiten, doch den alten Sinn fürs Ente wieder hcrbcizuführcn bemühet wäre. Man gewöhne das Kind, so bald das geistige Leben in ihm erwacht, Liebe und Wohlwollen gegen Menschen» Ehrfurcht und heilige Scheu vor dem höchsten Wesen, dessen Namen er nie ohne innige Rührung aussprcchcn darf, zu haben; der Leichtsinn, so wie jede sich äußernde Untugend muß sowohl durch negative als auch durch positive Mitte! sorgfältig schon im Keime erstickt werden; die geistige und moralische Dollkommmhcitnrrrß sein höchstes Ideal seyn» nach dem er unablaßiz zu streben hat, und mit zunehmenden Jahren muß auch zugleich sein Interesse für das wahrhaft Gute zunchmen; er nenne stets die Tugend seine Schwester und die Weisheit seine Begleiterin; wichtig und fcycrlich muß ihm jede gottesdienstliche Handlung und also auch dev Konfir» mationsrag seyn, an welchem er zur religiösen Selbstsian« digkcir gelangt. Man schärft ihm besonders an diesem Tage seine nun übernommenen Pflichten als Mensch, als Jsraelit und Staatsbürger ein; der Vclkslehrer stelle ihm die Wichtigkeit seines nunmehrigen Berufs lebhaft vor, und rühme ihm das freie Bckenntniß von dm Erundwahrheitca der Religion und das ftycrkichc Versprechen ab , den Vorschriftcu der väterlichen Religion und dm Gesetzen des Staats immer nachznleben, und lasse ihn endlich, um dir Wirkung noch mehr zu erhöhen, selbst eine nachdrückliche Rede halten, zu welcher ein passendes Thema entweder au3 der Religion oder Moral gewählt ׳• werden kann.- So von der Kindheit an gewöhnt, nur an dem Wahren, Eu- M und Edeln Geschmack zu finden, wird der Jüngling