Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 2 H. (1810)
- Article
- Über die Konfirmation bei den Israeliten
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 114 (sequence 5)
- Language
- German
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von heiligem Enthusiasmus durchdrungen in den Kreis einer ehrwürdigen Versammlung, las bei seiner Konfirmakion einigeAbschnitte im Pentateuch und hielt einen rabbi- Nischen Sermon — wovon er freilich nicht viel verstand — und beobachtete dann mit gewissenhafter Pünktlichkeit seine nun Übernommenen Pflichten; — aber nun ist mit der Derandcrung.der Form bei Dielen leider auch der Seist entflohen. In unser» frivolen Zeiten bemerken wir nicht selten eine gewisse Lauigkeit gegen die väterliche Religion, die oft bis zur Geringschätzung gehet; viele wahnen sogar dm Verstand auf Koste» de? Religion bereichern zu muss sen, und brechen gewissenlos den Stab über alle Rcligions- Übung; jene sittlich-religiöse Erziehung unserer Voreltern ist mit der Achtung für Religion verschwunden; das Mofalsche wie das Rabbinischc wird oft aus Mangel an gchörigcr Einsicht geringschätzig zurückgcsctzt, ja man schämt sich sogar der Andacht, und so wird auch die Konfirmationsfcyerlichkeit entweder ganz vcrnachlaßiget, oder ohne alle Energie begangen,— und nun betritt der junge Mensch oft ohne alle intellektuelle und moralische Bildung die Wcltbüh- Nt, wo er bei seiner Rolle sich selbst überlassen ist, und man erwartet von einem solchen Subjekte, daß er dem Staate und der Menschheit nützlich werde! Welche Jnconseezuenz! Mer diesem schleichenden Ucbel, das die heiligen Ue» bcrrcste ehemaligen Glanzes zu vernichten und unsere rcligiose Einheit aufzuiösen drohet, könnte recht gut abgeholfen werden, wenn man den wahren Geist des Iudcnthums, welcher kein anderer ist als der Grift der Gerechtigkeit und