Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1810)
- Article
- An Servatius
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 5)
- Language
- German
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4» Und dieses Ctrahlensiegel der Vollendung Blitzt in die Zeit zurück und zeigt den Todtcrr Stets gegenwärtig dem Lebendigen. -- Zu ihrem Throne laß uns knieen und, Ihr huldigend, uns ihre Huld erringen. Dann wird sie einst, wenn unsre Fackel sinkt. Aus Wolken schicken ihre Wunderhsnb Und hell erleuchten unsres Grabes Nacht, Aus dem wir auftrstchcnd uns erheben Und, Genien gleich, um ferne Nachwelt schweben. Doch fty's nicht sie allein, der wir uns weihen, Auch ihrer Schwester laß uns Blumen streuen; Die sanfter, aber eng mit ihr verbündet, Zn hcil'gcr Stille ihre Kranze windet. Es ist die Tugend. Ihre große Weihe Schwebt über Liebesbuno und Freundestreue. Sie wird uns rühmend nicht der Zukuft nennen» Doch gicbt sie unsrer Mitwelt uns zu kennen. Cie lehrt uns, prüfend unfern Wandel schätzen, Was keiner Künste Ruhm uns mag ersetzen; Denn der wird nie die höchste Kunst erstreben, Der nie der höchsten Tugend sich ergeben. Düschenthal.