Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Dritter Jahrgang 1810-1811
- Issue
- 1 Bd. 1 H. (1810)
- Article
- Einige Blicke auf die Bemühungen der deutschen Israeliten in Hinsicht ihrer Kulturbeförderung
- Date
- 1810-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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4 deutenden schädlichen Mißbrauche, die mehr als Erzeugnisse der Schwärmerei, des Eigendünkels und der Unwissenheit zu betrachten, und mit dem Sinne unserer eigentlichen Gesetze nicht vereinbar sind, sollen als etwas Böses aus der Mitte Israels wcggcraumt werden, damit das Unkraut des Aberglaubens und der Bigotterie dem Wachsthume und Gedeihen der göttlich schönen Pflanze der heiligen Lehre nicht ferner nachteilig werde. Die meisten Dolkslehrer sollen ihrer Bestimmung naher gebracht werden und ihrem eigentlichen Berufe mehr entsprechen. Sie sollen durch Lehren und gute Lhaten das Volk zum Guten überhaupt und zur Erfüllung menschlicher und bürgerlicher Pflichten, insbesondere, in ihren religiös - moralischen Predigten auszumuntern suchen. Da ihnen in den meisten Landern ohncdicß mir vielem Rechte die Entscheidung des Mein und Dein u. s.w. untersagt ist, und sic folglich jetzt fast gar keine eigentlichen Beschäftigungen haben: so haben die Israeliten auchum so mehr Ansprüche darauf, daß sie ihre Zeit anderweitig zum Nutzen derselben anwendcn. Die Behörden richten ihr Augcnuierk wirklich dahin, daß von demselben alles dasjenige in Erfüllung gebracht werde, was zum Heil und Frommen der Israeliten gereichen könke. Scminaricn sollen ferner zur Ausbildung mehrerer guten und tüchtigen einstiger Volks - und Schullehrer errichtet werden. Endlich sollen sowohl künftig die von den Rabbinen zu verrichtenden religiösen Handlungen ein feycrliches, den Gegenständen angemesseneres Ansehn gewinnen und in Rücksicht der öffentlichen Eottesverehrung, die sich leider, gegenwärtig in einem traurigen Zustande befindet — manches, so viel als cs rathsam und möglich ist, verbessert werden.