Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 3
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 34)
- Language
- German
- Belongs to
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sagung Ezechiel'S zu halten schien; es waren aber blas in Wien erschienene Leseübungen für Juden in der Türkei. Der Rabbi zeigte jedoch seinem Gaste eine Londoner Ans» gäbe des alten Testaments. Außer diesem vorgeblichen Grabe des Ezechiel finden sich in Assyrien und Babylonien noch die Begräbnißstätten einet Menge anderer jüdischen Propheten, die alle zugleich Wallfahrtsorte fürWke jüdi« scheu Landsleute sind. Der Reisende nennt darmnkr die der Propheten Jesaias, Jeremias, Jonas, Rahum, Daniel, Efra."— Curiosa. Ein fahrender Prediger der Methodisten in den vereinigten Staaten von Nordamerika, Mac Daugall, suchte einer seiner Predigten darzuthun, daß die Schwarzen früher eben so weiß gewesen wie die Europäer und ihre Nachkommen in Amerika, aber daß sie wegen des Verbrechens ihres Vorfahren Kain verflucht, und als Kennzeichen des Fluchs die schwarze Farbe auf ihr Antlitz gedrückt worden sei. Dagegen predigte ein schwarzer Priester seiner gleichfarbigen Heerde Folgendes, das aus dem kindischen Negerjargon in's Hoch» deutsche übertragen also lautet: „Es ist ganz wundersam, wie Leute von denselben Eltern Einige schwarz und Einige weiß wie Rüben geworden sind. Nun, meine Brüder, die Schrift sagt: Solches ist also gekommen, als Kain seinen Bruder Abel getödtet, traf ihn der ewige Gott eines Tages und sagte: „Kain, was ist aus deinem Bruder geworden?" Da sagte Kain: „Massa, es ist nicht meines Amts mich nach ihm nmzusehen." Und darauf traf er ihn ein anderes Mal und er antwortete ihm genau wieder so. Nun sage ich euch, er ward darauf tüchtig zornig und sagte: „Ich weiß so gut wie du,'was an dir ist, und ich setze ein Kennzeichen auf dich, das du nicht so leicht hcruntcrbeizen sollst." Da erschrak Kain und kriegte das kalte Fieber, und als.es vorüber, war sein Gesicht.weiß wie ein Schneewrtter geworden." (Wie man doch so verschieden in der Welt sich abmüht, die Bibel, wenn auch noch so dürftig, zu Parteizwecken zu benutze»!) Wilhelm Postel» Professor der morgenländifchen Sprachen und Mathematik zu Paris (gest. 1881), behaup» tete wunderlicher Weise: Alles, was in der Natur ist, sei