Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 2
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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- / , ' 147 zen der Möglichkeit nach allen Seiten, ehe er sich ernstlich einläßt. Und der äkleinruffe ist zu stolz und zu eigensin» nig, um sich zu seinem Bortheil für einen Andern zu de» mühen." - IV. Woher? Wohin? Wozu? Di« drei wichtigste» Fragen im menschlichen Leben. Wenn der von Natur dem Menschen angebornen körperlichen Triebe so viele sind, als das Gedeihen und die Erhaltung des Menschengeschlechts erfordert, so hat der Geist nur einen, aber einen allgewaltigen, nimmer z» unterdrückenden: den Wissensdurst möchten wir ihn nennen. Wie der Reisende» der zum ersten Male in die Trümmer des ägyptische» Thebens eintritt, eine Zeit lang betroffen dasteht und willenlos dem Eindrücke sich hingiebt, den die uralten Reste eines längst vorübergegangenen Schaf» fens auf seine Sinne machen; wie er dann aber allmählig wieder zur Besinnung kommt und fragt: „Woher dies Alles?" — so der Geist des Menschen beim Anblick der Schöpfung und seiner selbst. Bon jenem Augenblicke an pulsirt in ihm das geistige Leben und treibt ihn, von Ursache zu Ursache dem Endlichen nachzugehen. Aber der Sinn des Menschen vermag nur die Oberfläche des Lebens, seine Äußerungen zu begreifen. Gelüigt es uns auch, den äußem Zusammenhang einer Menge von Gliedern der großm Lebenskette aufzufinden, so dringen^ wir damit doch keineswegs in das Innere der Werkstätte der Natur ein, ergründen nicht die Rothwendigkeit des Zusammenhangs zwischen Stoff und Kraft: der Ursachen letzte bleibt dem Menschen verschlossen; Beftiedigung giebt die Wissenschaft nicht, zu welcher Hohe sie sich auch emporschwingt. Zwar nimmt die Philosophie unserer Tage die Miene an, als wäre sie im Stande, das Wesen der Dinge zu erklä» 3*