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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 2 · p. Seite 144

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 2
Date
1845-01-01
Page
Seite 144 (sequence 34)
Language
German
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144 ■ / pen des hcimathloscn Volkes umherging. Das waren keine Polizcigesichtcr, sondern offene, ehrliche Hebräeraugcn, mit dem schwcrmülhigen, orientalischen Feuerblick, der die Sehnsucht nach der verlorenen , fernen Heimath nicht verbergen kann. Was man auch sagt, wie die polnischen Juden den Bauern schaden: es wäre Unrecht, einen so harten Ausspruch über die hiesigen Juden zu verhängen. Eines Lheils lassen die hiesigen Verhältnisse der Bauern es nicht zu; sie haben selber kein Ekgenthum und alchcr ihrem täglichen oder jährlichen Erwerb , nichts zu verlieren. Zum Ändern müßte ein solches Aussaugen doch den Juden endlich zu Gute kommen. Doch bittere Armuth scheint hier das Gefolge der Juden zu sein. Es steht zu bezweifeln, ob die Polen ohne die Juden glücklicher gewesen wären. Einige hiesige Juden haben sich über die Glücksumstände ihrer meisten Glaubensgenossen hknausgeschwungen. — Auf Spaziergängen hatten wir tagelang.Gelegenheit, Lebensbeobachtungen über heimkehrende und deshalb mcistbetrunkcne Bauern zu wiederholen, die den Gegensatz zu den im höchsten Grade mäßig und dürftig lebenden Juden, die nie (?) Spirituosa trinken und täglich nur eine einzige ordentliche Mahlzeit, meist etwas Brod mit eingcsalzcncm Fisch zu sich nehmen, möglichst grell herausstellten. — —- An dcmBrückenkopfsan der Düna)standcn in einer Bretterbude etliche Juden, die hier Alses, also auch die Fährleute, abgebcn, und die verlangten, daß wir das Fährgeld auf die offene Straße kn eine kleine Vertiefung würfen; denn sie hatten Schabbcs und durften heute kein Geld anrühren. Sie merkten sich die Stelle, scharrten mit dem Fuße etwas Erde darüber (!), daß kein Vorübergehender es sehen konnte, und ließen die Vorbereitungen zur Ueberfahrt mache», d. h. etliche Bauern aus der Stadt rufen, die statt ihrer Hand anlegen mußten, Die Israeliten in

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