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Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 107

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Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 107 (sequence 107)
Language
German
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107 freundlichen großen Lehrsälen. — Auch ist bereiteine Anstalt errichtet, in der für die Pflege und die Bequemlichkeit armer schwacher Greise gehörig gesorgt wird. Dieses Versorgnngshaus, welches nur für hiesige jüdische Bürger bestimmt ist, hat seinen Bestand den milden Beitragen einzelner Wohlthäter zu verdanken. — — Unsere bürgerlichen Verhältnisse sind noch die alten, obgleich einige Aussichten da waren, daß dieselben sich günstiger gestalten würden. Mehrere Mitglieder des gesetzgebenden Körpers Haben wirklich theils auf eine unbeschränkte, theils auf eine erweiterte Erlaubnis zur Verehelichung hiesiger jüdischer Burger mit Fremden, angetragen; aber die Mehrheit war dagegen. — Im Ganzen herrscht doch ein weit besserer Geist der Annäherung der verschiedenen Religionsgenossen, und so wollen wir hoffen , da sich an mehreren Plätzen so schöne, liberale Gesinnungen kund geben, daß auch bei unS einmal die traurige Scheidewand niedersinken, werde." - ' " Als vor Kurzem in Berlin das bekannte einaktige Trauerspiel : „Der Paria," von M ich a e l B e e r, (dem edlen Begründer der bekannten milden Stiftung für israelitische Künstler,) wieder aufgeführt wurde, erschien in der dortigen Vossischen Zeitung eine Beurtheilung hierüber. Da nun der rühmlickst bekannte, leider zu früh dahingeschiedene, gelehrte. Verfasser de- „Paria" jüdischer Confession war und es daher allerdings zu vermuthen ist, daß er den Stoff feines Werkes mit noch größerm Interesse wählte und bearbeitete, so theilen wir, besonders für Leser, welche jene Zeitung nickt kennen, aus der gshackten Beurtheilung derselben Folgendemit: „Wir haben diese schätzenswerthe dramatische Dichtung, heißt es nämlich darin, weniger als Charakterbild auf Hindostan's Boden, mehr als eilten ideellen Kampf gegen erniedrigende, bedrückende Menschen-Sonderung und Unduldsamkeit überhaupt zu betrachten, zu diesem Zweck ist hauptsächlich deshalb das Trennungs -Unwesen der Hindu benutzt, weit hier die Unterscheidungen noch am schroffsten sind, der Mensch, als solcher , in seinem Werth und Recht am freventlichsten gesetzlich mißhandelt wurde. Dabei läßt sich nicht verkennen, daß der, in der Blüthe seines Lebens und Talents von uns abgeschiedene Dichter des Schmerzes über eine solche Herabwürdigung Derer, die vor Gott gleich sind —- eine Herabwürdigung, die entweder in nationellem Hechmuth, oder mfeMlW

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