Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 88)
- Language
- German
- Belongs to
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der Literatur und der Künste als umfassend und vollwichtig. Im Jahr« 1842 machte 'er eine groß« Reise nach Italien. Er besuchte Mailand, Florenz, Rom, Genua, Neapel, und war so eben beschäftigt, über diese Reise ein ausführliches Werk, und zwar auf Wunsch einer der ersten Buchhandlungen Deutschland ((Iotu) zu schreiben, dem taufend neu« Ansichten, zahlest gelehrt« Forschungen einen besondern Reiz verliehen hätten; da überrascht« ihn der Tod nach kurzem Krankenlager. Er war «in zärtlich liebender Gatt« , ein warmer Freund seiner Freunde; im Leben heiter und höchst anziehend durch seine reichen Kenntnisse und seinen unversiegbaren Witz und Humor. Tief betrauert ihn seine'treffliche Gattin, der Kreis seiner Familie und Alle , die ihn näher kannten. Bei seinem Leichenbegängnisse fehlte keiner seiner Verehrer, und «S war höchst zahlreich. Ruh« seiner Asche! (W. a. T. Z.) In den Grenzboten beißt es unter Anderm noch: „Diese Namensfamilie (Jeitteles) ist, «in wahrer Bienenstock von guten Köpfen geworden. Seit einem vollen Jahrhundert versieht sie vom Vater bis zum Sohne , bis zum Enkel und zum Urenkel fast alle Zweig« der Wissenschaften mit tüchtigen, productiven Talenten. Aus diesem rüstigen Häuflein von Brüdern, Söhnen, Neffen und Vettern, die Aerzte, Juristen, Poeten, Aesthetiker :c. geworden sind, ist zwar keine geniale, eigenthümtich schöpferische Individualität hervorgegangen, die eine neue Bahn gebrochen hätte in Wissenschaft und Kunst — aber fast alle haben dem Dienste der Kultur , der Humanität sich gewidmet und durch That und Schrift tüchtig gewirkt in fernen und nahen Kreisen. Zuerst der kräftig« Stammvater, der alte vr. JonaS,*) vor hundert Jahren einer der gesuchtesten Aerzte Böhmens , «ine originelle Figur durch kaustischen Witz, wie durch reiches Wissen, «in willkommener Tröster an allen Krankenbetten, an denen er Tag für Tag durch ein halbes Menschenalter seine menschenfreundliche Kunst ausübte; einer der ersten Aerzte Oesterreichs, dir auf einer ausländischen Universität ihre Bildung completirten, — der erste Jude, der in Oesterreich promovirt wurde, ein Vorläufer» ein Anfang zur Humanität, zur Bildung einer vorurtheilsfreiern Zeit. Ihm folgten seine Söhn«; der eine in seinem ärztlichen Beruf, zwei andere als geschätzte Schriftsteller *) Die LtbrnSgeschicht« dieses Arztes ist» verfaßt von seinem Enkel Ignatz Jeittele«, nebst dem Wildnisse des Dr. JonaS, in der Sulamith, 2. Jahrg. 7. Heft, enthalten. D. H. ,