Mannheim
Compact Memory

Sulamith · 1845-01-01 · Heft 1 · p. Seite 79

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
9 (1845-1848)
Issue
Heft 1
Date
1845-01-01
Page
Seite 79 (sequence 79)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2304627-2304652-2304653--10025-2304765
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

■' 79 gen derjenigen Eide, welche die Juden in Crimin.ilundPolizeisächen als Zeugen leisten sollen. Der neuesten Kaiserlich russischen Verordnung zufolge, sollen alle russischen Juden ihre jüdisch-polnische Tracht ablegen und sich nach Landessitte kleiden. Bis 1850 können sie es noch mit Geld ablösen, dann aber hört diese Vergünstigung völlig auf. Die großen Genieinden von Wilna, Odessa und Berdytsckow haben sich schon bereitwillig zu dieser allgemeinen Neuerung erklärt. (Die-langen Eckenlocken und die großen polnischen Unterkleider ,^die Manche dort tragen. Und die, wen« wir nicht irren, von "ihnen Z-dakel genannt werden, an denen die Schaufaden angebracht sind, dürfen sie doch wohl , freilich etwas kürzer, zu ihrer Beruhigung auch ferner tragen?) Die jüdische Jugend im Königreiche Polen ist nun seit einiger Zeit auch militairpflichtig. Di« Warschauer Juden stellten daher in Petersburg vor, daß sie von der bisherigen jährlichen Abgabe von 106,000 Silberrubel , die st« für die Befreiung von dem Militairdienst zahlten, befreiet sein und ihnen die bürgerlichen Rechte nun gewährt werden möchten, die ihnen, so wie das Aufhören dieser Abgabe, sobald sie als Soldaten dienen würden, der Kaiser Alexander durch einen Ufa« vom Jahr« 1817 zugesagt hatte. Die Resolution lautete: Di« Verleihung der bürgerlichen Rechte sei bloß ein Ausfluß der.Gnade des Kaisers; die gedachte jährliche Abgabe soll künftig aufhörrn, vor der Hand aber doch noch entrichtet werden, denn durch die Enthaltsamkeit der meisten Juden von geistigen Getränken werde die Staatseinnahm« im Steuerwesen verringert. Warschau. Einem Hrn. Abraham Elbinger ist in Tomasschew in Moscovien ein Stück Landes von der Regierung überwiesen worden, wo er ein« jüdische Kolonie anlegen wird. Ueber die neuen jüdischen Kolonien in Rußland, über welche die Sulamith zuerst und vor mehreren Jahren (6. Jahrg. 10. Heft, S. 220.) «inen merkwürdigen Bericht lieferte , enthält das „Ausland" von 1843 (Artikel: die neurussischen Steppen) noch Folgendes: „Die Mischen Kolonien, neun an der Zahl, finden sich in den Kreisen Cherson und Bobrinez. Man zählte im Jahre 1841 an ältern Bewohnern 7118, an Neuangekommenen 3836 Seelen. Es sind ihnen 62,635 Desstätinen zugewiesen, von denen bereits 49,540, je 40 auf die Familie vertheilt sind." Diese Rachrungsart ist eine zweckmäßige für so manche

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.