Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- 9 (1845-1848)
- Issue
- Heft 1
- Date
- 1845-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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drt! Selbst in einer „Geschichte der Hunde" findet man folgende allerliebste Aeußerung, die wir gleichsam als ein Curiosum hieher setzen. WaS »vürde man sagen, wenn man in einer Schrift ein ähnliches Urtheil eines Juden fände, welches mächtige Argument würde man darin finden, die Juden ihrer Religionsgrundsätze wegen nicht emancipiren zu können, wiewohl es nur der Ausspruch eines Einzelnen wäre,der aber Juden solchergestalt nie' in den Sinn kommt, da es, wie oft erwähnt, und selbst der Talmud bekanntlich lehrt: „die Redlichen aller Völker Haben Theil an der Seligkeit," wie auch- „daß Gott keinem seiner Geschöpfe den verdienten Lohn entziehe," nicht in ihrem Glauben liegt, Proselyten zu machen. „Pietro della V a l l a sah in Persien zu Anfang des 17. Jahrhunderts einige Juden," heißt es in den Blattern für liter. Unterhaltung (1844), „die der Zauberei angeklagt waren, den Hunden aussetzen; man versprach ihnen Rettung, wenn sie zum Islam übertreten wollten; Alle thaten es bis auf Einen, der sich lieber zerreißen ließ, ebe er von dem Gotte seiner Vater abfiel." „Selig," sagt Pietra della Valla, „wäre dieser gewesen, wenn er solchen Tod al^ Christ gelitten hatte; so aber weiß ich nicht, ob ich ihn standhaft oder verstockt in.seinen thörichtert Meinungen nennen soll; denn da er ein Jude war, so diente ja sein grausamer Tod nur dazu, ihn etwas eher (!) in die Hölle zu lieferm" (!!) In der „Europa" heißt es: „Man meldet ausJngenheim in b*r Rheinpsalz: Als der Bischof von Speyer auf seiner Visitationsreise dahin kam , wurde er auch von Protestanten und Juden willkommen geheißen, besuchte die bellerleuchtete Synagoge, wo ihn ein Sangerchor mit dem deutschen. Psalmwort: „Gesegnet, der da kommt, im Namen Gottes," empfing und , auf seinen Wunsch auch den 33sten Psalm (Wie schön und lieblich ist es,. wenn Brüder! in Eintracht zusammen leben f/ w.) in hebräischer Sprache absang. Toleranz! Fortschritt!" — (So etwas ist nicht gerade als ein Fortschritt in der Neuzeit allein zu betrachten, da es wohl auch in der frühem Zeit bei außerordentlichen Fallen von den strenggläubigen Juden eben-, falls geschehen wäre. Wo die Juden in manchen Fällen sich v weniger tolerant zeigten, da lag auch oft die Schuld an dem intoleranten, oft barten Benehmen der Christen gegen sie, an deren Streben, die Juden, im Allgemeinen alS Parias betrachtend, stetS zu isoliren )