Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 450 (sequence 132)
- Language
- German
- Belongs to
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45° Die fünftägige Arbeitswoche und ihre Problematik hat. Entscheidend ist hierbei, daß die fünftägige Arbeits? woche bei sechstägiger Betriebszeit die Arbeitseinteilung außerordentlich erschwert, und so scheint das Ford’sche System nur dort am Platze, wo ohnehin in mehereren Schichten gearbeitet wird, wo also, unter Wahrung der Sonntagsruhe, die ununterbrochene Produktion durch? geführt ist. In der Regel aber dürfte die Fünftagewoche — sofern sie überhaupt allgemein wird — dieselbe Form an? nehmen, wie sie auch sonst, von Ford abgesehen, die amerikanischen Fünftagebetriebe zeigen. Das gilt insbe? sondere auch in der Hinsicht, daß als zusätzlicher Ruhe? tag der Sonnabend bestimmt wird; denn es ist nicht nur für den Arbeiter angenehmer, wenn er eine zusammen? hängende Ruhezeit von 48 Stunden hat, es ist umgekehrt auch für den Betrieb besser, wenn die Arbeit 5 Tage hintereinander läuft, zumal erfahrungsgemäß der auf den Feiertag folgende Arbeitstag relativ schlechte Leistungen aufweist (blauer Montag!). Damit ist die Grundform der Fünftagewoche ge? geben. Doch zeigt immerhin das Beispiel Fords, daß wir mit einer Einheitlichkeit der Entwicklung nicht zu rechnen haben. In diesem Zusammenhang verdient Beachtung, daß auch die American Federation of Labour nicht etwa for? dert, daß alle Betriebe am Wochenende für zwei Tage stillzulegen seien. Es wird lediglich verlangt, daß der ein? zelne Arbeiter neben dem Sonntag noch einen zweiten freien Tag in der Woche erhalte, während man alles Wei? tere noch offen läßt. IV. Finden wir so schon keine Einheitlichkeit, wenn wir das Gebiet der industriellen Produktion ins Auge fassen, so wird das Bild noch viel bunter und mannigfaltiger, wenn wir uns nunmehr der Betrachtung der Gesamtwirtschaft zuwenden. Außerhalb der Industrie scheint nämlich die Fünftagewoche zunächst überhaupt keine Aussicht zu