Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 9-12 (September 1930)
- Date
- 1930-09-01
- Page
- Seite 321 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293072-2293076--11129-2304469- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Tescfjurun. 17. Jahrgang אלול תר״ץ—כסלו תרצ״א Heft 9/10/11/12 September— Dezember 1930 Metaphysik und Religion. Von Dr. Alexander Altmann-Berlin. I. Das zentrale philosophische Problem unserer Gegen* wart ist die Frage nach der Möglichkeit einer absoluten Metaphysik. Noch in der vorigen Generation war diese Frage entschieden verneint worden. Die Reaktion auf den Zusammenbruch der idealistischen Systeme hielt die erkenntnistheoretische Besinnung auch jener Späteren noch wach. Das Kantische Erbe des Transzendentalismus wirkte sich in schärfster Weise gegen jede Absolut* Setzung aus. D i 11 h e y war es vor allem, der den Stand* punkt des Relativismus mit entschiedener Klarheit aufgenommen und neu erhärtet hat. Zu den durch V o 1 - taire, Hume und Kant entwickelten Gründen liefert seine Strukturpsychologie neue Argumente für den meta* physischen Agnostizismus. ״Wir können die Welt nur unter einer der Grundkategorien auffassen. Wir können gleichsam immer nur eine Seite unseres Verhältnisses zu ihr gewahren — nie das ganze Verhältnis, wie es durch den Zusammenhang dieser Kategorien bestimmt würde. Dies ist der erste Grund für die Unmöglichkeit der Meta* physik: will sie sich durchsetzen, so muß sie immer ent* weder durch Trugschlüsse diese Kategorien in inneren Zusammenhang bringen, oder sie muß das in unserem lebendigen Verhalten Enthaltene verstümmeln.“1 Und 1 Wilhelm Dilthey, Ges. Schriften, B. G. Teubner, Leipzig und Berlin 1924, V. Band, S. 405. 1