Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1930)
- Date
- 1930-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Tescfjurun 17. Jahrgang 5690 אדר—ניסן März—April 1930 Heit 3/4 Der Geburtenrückgang—ein jüdisches Problem. Von Dr. med. Jacob Levy-Berlin Das Geburtenproblem, das seit dem Kriege in den Vorder-׳ grund des allgemeinen Interesses gerückt ist, hat für uns Juden eine doppelte Bedeutung. Es handelt sich hierbei um eine Lebensfrage, vielleicht die Lebensfrage des jüdischen Volksk ö r p e r s , sie rührt aber auch in ihren Konsequenzen an den Lebensnerv des Judentums selbst. Wollen wir diesen Beziehungen nachgehen, so wird zuvor die Äufrollung des Geburtenproblems der Gesamtbevölkerung erfolgen müssen. Nur wenn wir den Geburtenrückgang als allgemeine Erscheinung erkannt, wenn wir die weitverzweigten Wurzeln dieser katastrophalen Bewegung aufgedeckt haben, werden wir Verständnis für unsere besonderen jüdischen Verhältnisse gewinnen. I. Der Geburtenrückgang. Kaum ein wissenschaftliches Problem hat in so kurzer Zeit eine so tragische Umkehr ins Gegenteil erfahren müssen wie das Geburtenproblem. Vielen von uns gellt sicherlich der Ruf der sozialen Wissenschaft noch in den Ohren: Einschränkung der Geburten ist eine Notwendigkeit, um einer Uebervölkerung der kultivierten Länder vorzubeugen. Wenn sich Deutschland weiter so vermehrt wie in den letzten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts, so drohen schwere innere Konflikte, so droht der Krieg. Ja, so war einmal die Losung. Und heute wird man die Geister, die man gerufen, nicht mehr los. Heute, wo die Methoden der Geburtenbe- Schränkung ins Volk gedrungen sind, kämpft man in allen