Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 98)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2293072-2293073--10933-2304232- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
96 Bücherbesprechungen tigsten, dem Traktate zugrundeliegenden Begriffe gibt, wie es in klassischer Weise תפארת ישראל getan und wie es in gedrängter Kürze auch in der Mischnah-Uebersetzung von Hoffmann, Banett, Cohen etc. geschehen ist. Selbst der stärkste Eifer, mit dem der Laie an das Studium dieses Werkes herangeht, muß gegenüber dem Mangel an Uebersicht und notwendigen Erläuterungen erlahmen. Äber nicht nur das Interesse des Lesers fordert solche Einleitungen, das Werk selbst muß durch diesen Mangel Schaden erleiden. So beginnt der erste Abschnitt von Sabbath: ,,Das Hinausbringen am Sabbath erfolgt in zwei Arten“. Dazu die Anmerkung: ״Es ist verboten, am Sabbath einen Gegenstand von einem Gebiete nach dem anderen zu tragen oder hinüberzureichen; cf. Jer. 17, 21 ff.“ Wir sehen ganz davon ab, daß dem Unkundigen der Begriff ״Gebiet“ hier völlig unklar bleiben muß und er sich kaum auf das Folgende vertrösten läßt. Die herangezogene Bibelstelle mag wegen der Beschränkung, die sich G. mit Recht in den Anmerkungen auferlegt, sich noch am ehesten als Quellenhinweis eignen. Aber damit ist er doch objektiv nicht richtig und überzeugt auch keineswegs den Laien. Eine historisch-halachische Uebersicht der Tradition gemäß, die doch in diesem Werke für sich sprechen soll, könnte in diesem Falle und in vielen ähnlichen Verständnis und Wert der Uebertragung erheblieh steigern. Wir möchten den Herrn Uebersetzer bitten, sich unserem Vorschläge doch für die folgenden Bände nicht zu verschließen. Einzelheiten vorzubringen, ist im Rahmen dieser Besprechung unmöglich. Der Uebersetzer ist bemüht gewesen, den Text nicht einfach zu übertragen, sondern durch Anmerkungen und in Klammern gegebene Zusätze, durch geschickt gewählte Interpunktation und Wechsel der Typen das Verständnis zu erleichtern. Auch durch sprachliche und halachische Bemerkungen ist ihm das zweifellos gelungen. Daß dem Anfänger im Talmudstudium mit diesem Werke eine wertvolle Hilfe geboten wird, bedarf nicht der ausdrücklichen Betonung. Aber auch alle, denen die Beschäftigung mit dem Talmud religiöse Herzenssache ist, sind Goldschmidt zu Dank verpflichtet. Unsere Zeit, die den ganzen Menschen für wirtschaftliche Notwendigkeiten absorbiert, braucht für die vielen, denen bei des Tages Last und Mühen geistige Konzentration schwer fällt, eine Hilfe. Durch Goldschmidts Uebertragung werden vielen Thorabeflissenen technische Hindernisse aus dem Wege geschafft. Darum ist dieser Talmud in jeder Hinsicht eine große Tat! חילק לאורייתא B. P. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth. Berlin Druck: Hermon Druckerei und Verlag, Frankfurt a. M.