Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zionismus 83 Judentums — daß die ungeheure, neu erwachte מסירת״גפש und die im sittlichen Schaffen neu erwachenden ethischen Kräfte, endlich aber Palästinas unfaßbarer Zauber das Wunder vollbringen werden. Die Orthodoxie hat doch gar zu sehr vernachlässig!, was von unseren Großen, von den חז״ל über Jehuda Halevi, Nachmanides bis zu unseren Tagen (Raw Kook)zum Preis Erez Jisraels gesungen und gesagt wurde. In dieser Ideenwelt liegt eine tiefe Rechtfertigung. Und deshalb werden alle tatsächlichen und vermeintlichen Schönheitsfehler dem Zionismus nichts von seiner Elementargewalt rauben. Auch da hat Landau ohne Liebe oder falsch gesehen: die Geistigen unter den Nichtjuden stehen gar nicht so zurückhaltend zu uns, ,,weil sie deutlich die Diskrepanz zwischen Anspruch und Sein fühlen (Landau).“ Es gibt viele Große, die restlos bewundern, die eine Gleichung zwischen Anspruch und Sein als vorhanden erkennen. IV. Die Rolle des M i s r a c h i im Zionismus ist schon wiederholt von mir — und vor mir von Größeren — skizziert worden. Es kann hier nicht in extenso der Versuch erneuert werden. Nur das sei — schlagwortartig — zum Ausdruck gebracht: der Misrachi partizipiert an den nationalen Hoffnungen und Arbeiten, er teilt die historischen Einsichten des Zionismus. Er tut dies in der Erkenntnis, auf diesem Wege die größten Werte des Judentums — nicht unklar geahnte, sondern vom geistigen Fundament des Thoravolkes aus klar erkannte — zu sichern und zu verifizieren. Im Zionismus erblickt er das irdische Instrument, das Menschen zur Handhabung zugängliehe Werkzeug, um Irdisches mit unmittelbar metaphysischer Bedeutung zu vollbringen. Uns leitet die Gewißheit, daß das unteilbare Ganze: Judentum seiner Totalität beraubt wird oder ihrer verlustig geht, wenn einer der konstituierenden Faktoren vernachlässigt wird. Lehre, Land, Volk — irdische Existenz und höher hinaus strebende Aufgabe, von überirdischem Gebot gewiesen — sind vielleicht nicht von absoluter Aequivalenz