Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 17 (1930)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Von Joseph Carleback 5690 טבת—שבט 17. Jahrgang Heit 1/2 Jan.— Febr. 1930 Kt mp F. Rcsenzweig's. ־sopiiiscn׳ :ilimg Die geistige Entwicklung des jüdischen Philosophen Franz Rosenzweig, den ein tragischer Tod im dreiundvierzigsten Lebensiahre uns entrissen hat, wird für die Gegenwart von außergewöhnlicher Bedeutung sein und bleiben. In einer Zeit, in der unsere Intelligenz meist den Weg aus dem Judentum heraus in die eisige Welt formal-philosophischer Gedankengänge wählt, kann ein Phaenomen nicht unbeachtet bleiben, wenn der anstritten begabteste, tiefste Denker unter den Unseren den Weg in entgegengesetzter Richtung gegangen ist. Wie das Kant- Laplsce’sche Himmelssustem eine Erschütterung erfuhr, als man Sterne ״rückläufiger“ Bewegung entdeckte, die nicht in demselber! Sinne wie alle anderen Planeten ihre Zentralsonne umkreisen, so dürfte auch am geistigen Himmel des Judentums die Erscheinung eines jüdischen Denkers der ״Rückläufigkeit“ und der Umkehr zur Revision und Ueberprüfung der theoretisehen Grundlagen unseres Seins führen. Wir wollen voll wehmutiger Erinnerung an den dahingegangenen großen Sohn unseres Volkes in einigen Strichen seine ganz andersartige Haltung zu den philosophischen Problemen anzudeuten versuchen. Philosophie und Religion hatten geschichtlich getrennte Entwicklungen, was stets zur traurigsten Verwirrung der Geister den Anlaß gab. Tritt der junge jüdische Akademiker in die Lehrhallen der Universität ein, dann wird ihm gesagt: Griechenland ist das Land der Philosophie. Der erste Philosoph war Thaies von Milet. Er war es ״zuerst“, der das i