Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 602 (sequence 92)
- Language
- German
- Belongs to
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602 Bücherbesprechungen nehmen. Der Versuch Fischers ist deswegen so bedeutungsvoll, weil er es unternimmt der Jugend Klarheit über den wahren Begriff und Wert des kulturfreundlichen Judentums, wie es Hirsch den Generationen vorzeichnete, zu geben. Wer sich über die Geschlossenheit und Einheitlichkeit von Hirschs Ideologie orientieren will, der nehme das Büchlein zur Hand und er wird auch alsbald zu den Werken des großen Meisters selbst greifen. J. H. ו ד ו י ם מכתבים על דבר היהדות והיהודים בזמן הזה מאת פרום• דר• יהודא ליב לגדא (יוהניסבורג)׳ דרום אפריקה• ח״א׳ הוצאה עברית "מגורדת" ודנה-ברלץ• Ein äußerst interessantes Buch. Geschrieben in fließendem klassischen Hebräisch. Eine Kulturgeschichte des Judentums in den letzten hundert Jahren en miniature. Die wichtigsten religiösen, kulturellen, ethisch-sittlichen, pädagogischen, nationalen und gewisse soziale Probleme werden hier von einem scharfen Beobachter mit der ganzen Glut eines jüdischen Herzens rationell behandelt. Ruch halachische Fragen, die der Not der Zeit entsprungen sind, werden angeschnitten. Eine Fülle von Erlebnissen und interessanten Ereignisse wird geboten, viele Schäden werden in edler Äbsicht unbarmherzig bloßgelegt und zu ihrer Vermeidung die warnende Stimme erhoben. Scharf ins Gericht geht der verehrte Verfasser mit den Reformern, den Begründern der jüdischen Wissenschaft und den Leitern der modernen, jüdisch-theologischen Lehranstalten. Eine besonders anerkennende Würdigung findet Samson Rafael Hirsch und sein Kampf für die Äustrittsbewegung (S. 127 ff), die in dem Bekenntnis gipfelt: מודה אני שדעתי היום בוטה לזו של הירש• äus fast allen Äbschnitten tönt uns der Schmerzensruf über die Lage des nachdenkenden und bewußten Rabbiners unserer Zeit entgegen. Äus allen Seiten ist zu erkennen, daß ein Denker und Dichter, dem alles wahrhaft Jüdische unendlich lieb ist, zu uns spricht. Das Werk verdient nicht nur gekauft, sondern auch mit vollem Ernst gelesen zu werden. Es wird so Manchen zum Nachdenken anregen, zur Selbstkritik anspornen und eines Besseren belehren. Dem Erscheinen des zweiten Teiles kann man nur gespannt entgegensehen. S. G. Jüdische Legenden, nacherzählt von Else Schubert-Chrisialler. Eugen Salzer, Heilbronn. 1929. Die christliche Verfasserin, die in ihrem letzten hier besprochenen Buche (Jesch. XIV) bereits in ihrer Einfühlungsfähigkeit in die