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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 600

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 600 (sequence 90)
Language
German
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600 Bücherbesprechungen getreten ist, wie er ideellen und materiellen Änteil hatte ,an der Gründung der Jizchak-Elchanan Jeschiwa und der Jeschiwa Ez- Chajim in New York, wie er unermüdliche Pionierarbeit für alle Palästina betreffenden Organisationen und Einrichtungen geleistet hat. Ein Leben voll Arbeit und köstlichen Gewinnes ist hier vor uns ausgebreitet, und überall steht der Gedanke: Thorareines Judentum über alles! im Vordergründe der Berichte. Wundervolle Illustrationen begleiten den Text. Wenn auch manches in dem Buch den europäischen Juden fremd anmutet (so die reichlich ausführlichen Ängaben über Famiiienereignisse, Heiraten, bauliche Unternehmungen, Dankadressen usw.), so bleibt doch in jedem Abschnitte des Interessanten genug, das den Europäer fesselt und kulturkundüch uns in amerikanisches Denken und Streben, in den Werdegang eines jüdischorthodoxen Selfmademan Einblick gewährt. Das Buch verdient das Interesse ailer thoratreuen Kreise. Es ist mehr als eine Biographie, es kann ein Lebensbuch werden. _ Dr. Ärmin Blau. Arthur Liebert: Geist und Welt der Dialektik. I. Grundlegung der Dialektik. Berlin 1929. In diesem umfangreichen Bande unternimmt es Liebert, von neuem die alte Frage Kants ,,Wie ist Metaphysik überhaupt möglieh?“ zu stellen und zu erweisen, daß Metaphysik als Dialektik möglieh ist und diese die Verwirklichung der schöpferischen Tätigkeit des Geistes selber darstellt. Ausführlich werden gegnerische Änsichten besprochen; ein zweiter Band soll die Beziehungen aufdecken, die das Thema zu den Geisteswissenschaften hat, mit denen ja Dialektik stets in Verbindung sein wird (und nicht mit den Natur- Wissenschaften). Letztlich ist jene schöpferische Tätigkeit, der schaffende Logos (,,einen anderen Grund kann die Metaphysik der Dialektik nicht auf decken“) nicht erklärlich; in immer erneuter Gegensätziiehkeit wachsen aus ihm die polaren Strömungen des Lebens hervor. Dieses Ignorabimus und das Begreifen der Dialektik als ״bloße“ Idee und zugleich als reale Macht, die Zusammengehörigkeit der bekannten Gegensatzpaare (Ideaiismus-Ralismus usw.), ihr Verbundensein in der ״tragischen Harmonie“ sind grundlegende Erkenntnisse, die auch für das Verstehen jüdischer Probleme und Lebensauffassung von Bedeutung sind. Die Urkraft des Geistes und des Lebens muß nicht plausibel sein und die Welt wie auch ihr Lenker bleiben sinnvoll, auch ohne daß alles in einer mathematischen Gleichung aufgeht, wie cs theoretisierende Geister haben wollen. Gerade die Gesetzlichkeit der Polarität ist ein äußerst fruchtbarer Gedanke

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