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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 599

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 599 (sequence 89)
Language
German
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Bücherbesprechungen 599 Bücherbesprechungen Forty Years oi Struggle lor a Prmciple; The Biographie of Harry Fischei, edited by Rabbi Herbert S. Goldstein. (Bloch Publishing Company, New York 1928.) Die fürstliche Ausstattung des Buches macht den Leser zuerst mißtrauisch: Alan denkt zuerst an eine der jenseits des großen Teiches nicht ungewöhnlichen Selbstberäucherungen literarischer Amateure in Goldschnittformat, an Biographien reichgewordener Snobs^ die mehr ad majorem m e i gloriam als ad Dei gloriam geschrieben sind. Im vorliegenden Falle wird man vom Inhalt höchst angenehm enttäuscht: Es ist wirklich die Biographie eines ungewöhnlichen Men״ sehen und Juden, der nicht bloß das Verdienst des Erfolges im Leben besitzt. Man kann das Buch getrost als ein Erbauungsbuch zur Weckung tätiger Glaubens- und Prinzipientreue bezeichnen, eine seitene Empfehlung für ein amerikanisches Buch. Jm Leben und Schicksal dieses Harry Fischei spiegelt sich ein Stück amerikanisch-jüdischer Kultur- und Zeitgeschichte der letzten Jahrzehnte. Der Kampf, um den es in dieser Lebensbeschreibung geht, ist der Kampf um das streng traditionstreue Prinzip im Privatleben des Lebenskämpfers H. Fischei aber auch der Kampf um Thoratreue im öffentliehen Leben des amerikanischen Judentums in allen großen Institutionen von New York. Air. Harry Fischei hat vom ersten Tage seiner Ankunft auf amerikanischem Boden bis auf den heutigen Tag sein Leben der Idee des strenggesetzestreuen, kompromißlosen Judentums geweiht, er hat aus seinem Leben einen Gottesdienst gemacht. Hier wird von seinem Schwiegersöhne, Rabbi H. S. Goldstein, die Laufbahn eines Gotteskämpfers aufgerollt. Es wird erzählt, wie H. Fischei als zwanzigjähriger Architekt 1865 mittellos aus Rußland auswandert und von seinen frommen Eltern mit dem Wahlspruch in die Fremde entlassen wird: DonT exchange your religion for gold! Dies ist sein Leitmotiv alle die Jahre bis zum großen Erfolg geblieben, und dies ist auch der Grundakkord des mit warmherziger, einfühl־ ssmer Sohnesliebe und Verehrung vom Schwiegersöhne geschriebenen Buches. Es sind seltene Töne, die man hier aus Amerika hört, wie ein Gewerbetreibender mit unglaublicher Selbstaufopferung die Entweihung des Sabbat trotz hundertfacher Versuchung meidet, wie er, zu Reichtum und Ansehen gelangt, vor den größten Geldmagnaten New Yorks mit Mut und Geschick für die unverbrüchliche Aufrechthaltung der Thoragesetze und Kaschrußforderungen an den öffentliehen Institutionen, in Kranken- und Waisenhäusern, Synagogen ein-

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