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Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 567

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 567 (sequence 57)
Language
German
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Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere 567 rechts und links, und viele Tiere“ — ״viele Tiere, das sind die Frevler“, man müßte diese Deutung an dieser Stelle unfaßbar finden. Das Tierische im Menschen bedeutet keinen Schimpf. Denn nach jüdischer Auffassung ist auch der Körper, der Träger des Tierischen, nicht an sich belastet. Er ist nur eben Organ des Irdischen. ,,Sechs Dinge gelten beim Menschen, in dreien wie die Engel, in dreien wie die Tiere. Sie haben Vernunft wie die Engel und gehen aufrecht wie die Engel und reden die heilige Sprache wie die Engel; drei wie die Tiere, sie essen und trinken wie die Tiere und pflanzen sich fort wie die Tiere und führen die Nahrung ab wie die Tiere.“lss Der Talmud fragt übrigens mitten in der halachischen Er״ örterung, daß aus dem Ausdruck מן הבהמה geschlossen werden soll, die Abtrünnigen könnten Opfer bringen: לכל היכא דכתיב בהמה גריעותא היא ist denn dort, wo vom Tier die Rede ist damit ein Mangelhaftes, ein Tadel gemeint?! Es heißt doch: ״dem Menschen und dem Tiere hilfst du Gott“, und suchst dann die Schwierigkeit zu lösen. Wir sehen wiederum, daß der uns so geläufige Abstand zwischen Mensch und Tier nicht ohne Wei״ teres angenommen wird. Mit dem Anteil des Menschen am engelhaft״göttlichen hängt es denn auch zusammen, daß der Mensch unter seinem besonderen Sterne steht, das Tier aber nicht: 183אדם אית ליה מזלא בהמה לית ליה מזלא Es ist ein b e s o n d e ״ res, daß der Mensch etwa Krankheiten übersteht und bei Verletzungen gesundet, die für das Tier tödlich ausgehen. Das Tier ist eben eingereiht in den natürlichen Ablauf der irdischen Vorgänge. 188 Chagiga 16 a. 189 Baba K. 2 b.

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