Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1929-11-01 · Heft 11-12 (November 1929) · p. Seite 536

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 11-12 (November 1929)
Date
1929-11-01
Page
Seite 536 (sequence 26)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2292929-2293065-2293071--10763-2304062
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

536 Einfühlung in das Empfindungsleben der Tiere Vogel findet sein Haus, die Schwalbe ihr Nest, in das sie ihre Küchlein setzt — deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein König, mein Gott!“ (Ps. 84, 2 ff.). Da ringt und kämpft die Sehnsucht und Verlassenheit nach dem tiefsten Ausdruck des Fühlens, und im Ringen und Kämpfen steigt das Bild des Tieres empor, das Ursprüngliche in der Natur. Die Tiere beten zu Gott, weil sie seiner Fürsorge sicher sind. ״Alle hoffen sie auf dich, daß du ihnen ihre Speise zur Zeit geben wirst. Du gibst sie ihnen, sie sammeln sie, du öffnest deine Hand, sie sättigen sich an dem Gut“ (Ps. 104, 23). Doch bedarf es hier der Belege? durch Propheten und Psalmen klingt es immer wieder. Und wie in der Bibel so in der Agada: Die Ernährung der Welt steht Gott höher als die Erlösung; denn die Erlösung vollzieht sich durch einen Engel, die Ernährung aber stammt von der eigenen Hand Gottes, wie es heißt: Du öffnest deine Hand und sättigst jedes Lebewesen in Wohlgefallen.75 Die Ernährung ist Gott so gewichtig wie alles Schöpfungswerk, denn nebeneinander heißt es: Er wölbt die Erde über den Wassern, er gibt Nahrung allem Fleische.76 Die Regenspende bedeutsamer als die Offenbarung am Sinai, denn diese nur eine Freude für Israel, jene aber eine Freude für die ganze Welt, für das Vieh, das Wild und die Vögel.77 Der 136. Psalm wird das große Hallel genannt, weil da Gott thront in den Höhen der Welt und jedem Geschöpf seine Nahrung austeilt.78 Bis ins Einzelste sorgt Gott oft für ein Tier. Die Gemse fürchtet sich vor den wilden Tieren. Sie wagt nicht zum Trinken zu gehen. Was tut Gott? Er läßt einen Wind in ihre wußtsein gehämmert hat, entspricht nicht dem Zusammenhang. רגה hier sgnongm mit תפלה wie in Jer. 7, 16. 75 Gen. R. 20, 9. 76 Midr. Teh. zu Ps. 89, B. 381. 77 ebd. zu Ps. 117, 1, B. 479. 7s Pes. 118a; am Schluß des Psalmes steht: Er gibt Brot allem Fleische.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.