Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1929)
- Date
- 1929-09-01
- Page
- Seite 487 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Der XVI. Zionistenkongreß und die erste Tagung usw. 487 II. Ein Gesamturteil über Landaus Aufsatz gehört keinesfalls an den Anfang meiner Entgegnung. Ebensowenig wie ich mit Vorurteil oder Mißtrauen an die Lektüre herangegangen bin, will ich dem Leser eine Meinung suggerieren, die er, falls er meinen Ausführungen die Gefolgschaft nicht versagt, erst als Ergebnis aus den Einwendungen gewinnen darf. — Ich setze die Kenntnis des Landauschen Aufsatzes als bekannt voraus und werde deshalb meine Einwände in größter Knappheit Vorbringen. Erst dann soll eine geschlossene Beurteilung erfolgen und zuletzt einiges Positive, Konstruktive zum Thema. 1. Da Landaus Darlegungen sehr resolut und bestimmt gehalten sind und er sich überall sehr gut unterrichtet gibt, will ich an einem Beispiele, das ganz und gar dem Reiche der Tatsachen angehört, illustrieren, wie wenig verläßlich der Berieht ist. Gleich auf S. 409 unten findet sich eine Angabe, daß man die Exekutive der Agency durch Professor Lipmann und d’Avigdor Goldsmith ergänzt habe. Dabei weiß man, daß die Exekutive der Agency vorläufig mit der zionistischen Exekutive identisch ist. Es handelt sich hier um einen — freilieh mir unbegreiflichen — Irrtum, aber er macht stutzig und zugleich hellhörig und weckt Zweifel an der Verläßlichkeit der Betrachtungsweise dort, wo nicht mehr Tatsachen wiedergegeben, sondern gewertet und Zusammenhänge gedeutet, Sinngebungen versucht werden}, 2. Wenn ich zunächst kursorische Urteile Landaus über einige Personen wiedergebe und als unhaltbar dartue, hernach dann zu zentralen Gestalten und Komplexen übergehe und mich mit Hinblick auf sie mit Landau auseinandersetze, so folge ich damit dem Plan, aufsteigend zu den entscheidenden Problemen zu gelangen. Wohlwollen und Abneigung gegen führende Männer scheinen willkürlich. Fast nirgends wird ein Urteil belegt. Ueberall gewinnt man den Eindruck, daß Impressionen verwiegen; doch werden sie mit sehr betonter Sicherheit vor gebracht. — Durchaus ungerecht ist die Sacher zuteil werdende Beurteilung.