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Jeschurun · 1929-09-01 · Heft 9-10 (September 1929) · p. Seite 432

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 9-10 (September 1929)
Date
1929-09-01
Page
Seite 432 (sequence 10)
Language
German
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432 Die 2. Kenessio Gedaulo zu Wien. stungen die Teilnehmer erfüllte, ging bei dem Rechenschaftsbericht über den K. H. das befreiende und beglückende Gefühl durch die Reihen: hier ist wirklich fruchtbare Arbeit geleistet. Hier hat die Ä. J. eine Persönlichkeit in Leo Deutschländer gefunden, die den inneren Mut hatte, lediglich die praktische Frage zu stellen und dadurch allen Teilen des Judentums Förderung und Nutzen zu bringen. Er hätte nur einen Augenblick die Frage aufwerfen dürfen: Was ist das Wesen der Thora, welches die gemeinsame Linie, auf welcher sich alle einigen, dann hätte er, wenn er eine Äntwort versucht hätte, ein Chaos erzielt statt irgendwelcher Ergebnisse und Lösungen. Ich sagte in meinem Schlußwort auf die Beratung des K. H.: Am Kulturproblem hätten wir zerbrechen müssen, die Differenzen in der Auffassung von der jüdischen Erziehung und ihren Forderungen stehen sich so kraß und diametral gegenüber, daß eine gemeinsame Zentrale für alle ein Unding zu sein schien. Nichts destoweniger ist hier das Unmögliche möglich geworden, daß ohne den geringsten Konflikt alle noch so disparaten Teile des Judentums in vollkommener Autonomie und Freiheit im Recht auf eigene Entwicklung sich zusammenfanden, daß jedes Land diejenige Förderung erfuhr, die es brauchte und forderte. Hätte man in Litauen statt der Jawne das Schulsystem der Chadorim Polens eingeführt, es wäre schlechterdings untragbar gewesen, so wenig wie man unser in Deutschland übliches Erziehungssustem beliebig anderswohin verpflanzen kann. Aber hier im K. H. kam das Prinzip des Zweckverbandes zum siegreichen und segensreichen Durchbruch, und so konnte die Verwaltung der A. J. einen allseitigen Beifall einheimsen für die Unter- Stützung der Jeschiwaus, für die Schaffung der Bes-Jakauw- Schulen, für alle methodischen, pädagogischen, sachlichen Förderungen, die alle Chinnuch-Institute von der Zentrale erfahren haben. Die Frage, ob Wesensverband oder Zweckverband, rührt als solche, ganz abgesehen von A. J., überhaupt an metaphysische Tiefen. Sie spielt hinein in alle Gebilde menschlicher

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