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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 422

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 422 (sequence 104)
Language
German
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422 Bücherbespreehungen einigermaßen arbeitsfähiges Instrument bilden soll. Aber wenn die Zionisten es mit der Demokratie wirklich so dick haben, wie sie vorgeben, so werden sie nicht umhin können, der einmütigen Forderung der jüdischen öffentlichen Meinung Folge zu leisten und in Bälde die Agency zu einer wirklichen Vertretung der Nation zu erweitern, zu dem großen Kongreß des jüdischen Volkes. In diesem Kongreß wird neben den Bildern der andern Großen unseres Volkes auch das Bildnis Theodor Herzls hängen. Aber es wird nicht mehr, den Saal beherrsehend, riesengroß über der Versammlung schweben. Bücherbesprechungen. Rabbiner Dr. Arthur Cohn: Von Israels Lehre und Leben. Verlag Rimon Basel. Dr. Arthur Cohn hat 40 Jahre lang als Rabbiner in Basel gewirkt und hat in dieser Gemeinde die Ideale, die ihn erfüllten, die Grundsätze des gesetzestreuen Judentums zur Geltung gebracht. Nicht gering waren die Widerstände, die ihm entgegentraten, aber seine warme, tiefe Begeisterung, der Zauber seiner Persönlichkeit und das beredte Wort auf seinen Lippen gewannen ihm im Laufe der Jahre die Herzen aller und verschafften ihm die großen Erfolge in seiner praktischen Tätigkeit. Diese hohen Gaben kommen auch in dem uns vorliegenden Buche zum Ausdrucke. Ueberall, sowohl in den Predigten, als auch in den Vorträgen und Aufsätzen tiefe Frömmigkeit, warmes Empfinden und eine Fülle von trefflichen Gedanken und geistvollen Erklärungen von Bibil- und Midraschstellen! Zuweilen wird auch ein schönes Wort oder eine sinnige Deutung aus der ostjüdischen Literatur in deutscher Fassung wiedergegeben. Besonders weisen wir auf die Aufsätze über Raschi, über eine alte Megillath Esther über die Grundzüge des Chassidismus und über die neuen Papyrusfunde hin. Dr. Cohn war als Baseler Rabbiner Augenzeuge der mächtigen zionistischen Bewegung, die sich in Basel unter der Führung Herzels entwickelte und die Gemüter fortriß, und beschäftigt sich in seinen Betrachtungen eingehend mit den Kongressen und Zielen der Zionisten. Die Niederlage, die später die noch verhältnismäßig kleine Gruppe der ״Misrachisten“ erlitt, veranlaßten ihn zu dem flammenden Aufruf: ״Die Forderung des Tages“, der auf die Thora-

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