Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 367 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
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Höhle Heimkehle 367 kulanum durch «einen Ausbruch des Vesuv vernichtet sind, so kann eine starke klimatische Erschütterung Norddeutschlands der damals herrschenden Flora und Fauna ein jähes Ende bereitet haben. Aber welche Zeiträume dazu gehören, darüber bleibf man immer völlig im Unklaren. Als man triumphierend neben der Hermannshöhle eine zweite entdeckte, die Baumannshöhie, mit noch viel größeren Säulen als die Schwesterhöhle, da wurde laut verkündet, daß man in ihr jetzt •eine Säule eines Alters von 12 000 Jahren besitze, während die älteste der Hermannshöhle nur 8000 Jahre zähle. Aber was bedeuten diese 12 00C Jahre, wenn man sie auf ihren hupothetischen Charakter untersucht? Sie können höchstens eine Bestätigung sein unserer Ueberlieferung, wenn man die selbstverständlichen Fehlerquellen sich einmal klar macht, die jeder geologischen Berechnung anhaften.“ ,,Sind wir denn“, fragt er, ,,überhaupt durchaus gewiß, daß die durch die Ueberlieferung angenommene Weitdaucr eine absolute Zahl ist, an der Zweifel zu liegen die Tradition in ihrer Zuverlässigkeit gefährden würde? Was sagen Sie zu der häufig geäußerten Meinung, daß die sechs Tage der Schöpfung gar nicht wirklich sechs Tage, sondern nur sechs Perioden unbestimmter Dauer waren?“ ,,Mir scheint, daß diese Deutung sich sehr wohl mit dem Bibelwort verträgt. Die Thora selbst braucht das Wort ,,jaum“ im 1. Kapitel von Bereschis in stets wechselndem Sinn. Erst heißt es: Gott nannte das Licht ,Jaum“, am 4. Tage spricht Gott: es seien die Himmelslichier zu Jahren und Tagen, sodaß also vorher noch keine Tage gewesen sind. Nachdem das Schöpfungswerk fertig ist, nimmt es die Thora noch einmal auf, um zu sagen: Das ist die Geschichte von Himmel und Erde, am Tage, da Gott Himmel und Erde gestaltete; als ob also die ganze Schöpfung an einem Tag geworden sei. Und nachdem die Sündflut vorüber ist und Gott nunmehr eine stetige Entwicklung ohne solch ungeheure Katastrophen wie das Mabbul der Welt zugesichert, da heißt es: In allen künfiigen Tagen der Erde sollen Tag und Nacht nicht aufhören,