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Jeschurun · 1929-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1929) · p. Seite 365

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1929)
Date
1929-07-01
Page
Seite 365 (sequence 47)
Language
German
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Höhle Heimkehle 365 ersten Male vor uns gerückt hatten. ״Damit hat er uns diesmal verschont“, begann mein junger Freund, ״uns vorzurechnen, wie lange Zeitraum wohl die Bildüng der ״Heimkehle“ in Anspruch genommen hat. Es fehlt wohl ein so glückliches Vergleichsobjekt, wie bei der Hermannshöhle das ständige Wachstum der Säulen. Aber sollten wir uns nicht selbst diese Frage stellen, wo wir hier doch ganz offenbar Gestaltungen vor uns haben, die auf allmähliche, in unendlich langen Zeitraum zurückreichende Vorgänge hinweisen?“ ״Gerade umgekehrt“, sagte ich. ״Hier gewahrt man grade, daß die Natur einmal viel revolutionärer, schneller, ungeheuerlieber gearbeitet hat, als wie es jetzt vor unseren Augen sich abspielt. Welch unheimliche Wasserstrudel müssen da durch die Gipsmassen mit elementarer Wucht hingebraust sein, welche Katastrophen, Abstürze und Brüche in den Felsmassen erfolgt sein, daß diese erstaunlichen Gebilde zustande kamen! Liegt doch die Sohle des Ganzen 7 m unter dem Wasserspiegel. Welch grandiose Kraft muß die Tgra hier entfaltet haben, ganz abgesehen davon, daß auch die Verhältnisse der Temperatur und des Druckes, die beherrschenden Bedingungen jedes Prozesses, völlig andere gewesen sein müssen als in der Gegenwart. Hast Du doch gehört, daß die Geologen annehmen, die Wölbungen setzen sich vielleicht noch in der Tiefe fort und sind nur durch Schlamm verdeckt, daß also hier ein vollständiges Kugelgewölbe zustande gekommen ist, dessen untere Hälfte nur durch Wasser und Sinkstoffe für uns unsichtbar ist. Ja, sie sind der Meinung, daß diese Hohlkugel von 60 m Durchmesser durch Blasenbildung ähnlich wie beim Löschen des Kalks sich gebildet haben könne, wenn nicht Wasser- Wirbel die Ursache waren. Aber welche Temperatur muß hier geherrscht haben, welche Feuersglut, daß sich eine Dampfblase von diesem unvorstellbar hohen Druck und solcher Größe hat bilden können, eine derartige Aushöhlung im Felsen zu bewirken!“ ״Aber die andern Zeugen des Alters der Höhle“, wandte mein junger Freund ein, ״die beweisen doch die lange Dauer dieser

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