Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293069--10542-2303839- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
TescBurun 16* Jahrgang 5689 תמוז—אב Jtili— August 1929 Heft 7/8 Moses Mendelssohn und das thoratreue Judentum. xAnläßlich der 200 jährigen Wiederkehr des Geburtstages Moses Mendelssohns erscheint es angebracht, in diesen Blättern sich über die Stärke und Schwäche der Leistung Moses Mendelssohns für das thoratreue Judentum in der Lösung des Bildungsproblems klar zu werden, soweit dies im engen Rah״׳ men eines Aufsatzes möglich ist. Von seinen Verehrern wurde bekanntlich die Leistung mit der des Maimonides in eine Parallele gestellt. So mag dieser Vergleich Ausgangspunkt und Leitfaden für unsere Ausführungen sein. Er scheint uns freilich, um es vorwegzunehmen, durchaus unangebracht. Gemeinsam ist beiden die Betonung der Ratio und die Fähigkeit, ihre Gedanken mit seltener Klarheit und in gefälliger Form vorzubringen. Aber schon auf rein philoso׳- phischem Gebiete kann die originale Kraft Mendelssohns mit dem schöpferischen Denken des Maimonides keinen Vergleich aushalten. Und nun erst auf dem spezifischen Gebiete der jüdisehen Wissenschaft: Maimonides der erste und darum bewundernswerte Mischnahkommentator, der größte Decisor, der Schöpfer des unerreichten Jad Hachasaka, Mendelssohn auf talmudisch-halachischem Gebiet eine recht kleine Gestalt und auch auf exegetischem mehr receptiv als produktiv. Und fragen wir: Loderte wirklich in Mendelssohn das Feuer des Verlangens, die jüdische Wahrheit vor den Gefahren zu schützen, die ihr von der Weisheit der Völker her drohte, 1