Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 297 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Krisis der Psychoanalyse 297 serer tatkräftigen Stütze bedarf, und von dem neugegründeten Weltverbarid in gewissem Umfange auch bereits erhält, ist die grandiose Week-End-Bewegung, welche ge׳- rade in den letzten Tagen große Erfolge errungen hat. Und ist diese Bewegung dem Siege entgegengeführt, der Sabbath dadurch im wesentlichen errettet, wird es unsere Aufgabe sein dahin zu wirken, daß unser Sabbath nicht zu einem zweiten Sonntag wird . . . der wohl ein Tag der Erholung aber kein Tag der Heiligung ist. Wir wollen einen יום שכילו שבת im Sinne unserer Thora, unserer Weisen und unserer Ueberlieferung. Dahin sollen auch die anderen vom Weltverbande in Aussicht genommenen Aktionen führen. Durch alle Stürme ärgster Gegnerschaft haben wir Jahrtausende hindurch unseren שברת zu feiern und zu erhalten gewußt. Gelingt es uns in dieser Zeit der Zerklüftung, wenigstens zu diesem Zwecke, alles Trennende zu überbrücken, alles Kleinliche und Partikularistische zu überwinden und eine vollzählige Einheitsfront der Judenheifc den zeitgenössischen Sabbathfeinden entgegenzusteilen, werden wir בעז״ה auch diesmal die Sieger bleiben. Das זכות des שבת wird uns beistehen! Krisis der Fsychoanalyse. Von Dr. Armin Blau, Hamburg Zwei große Lager standen sich bisher hinsichtlich der Wertung der Freud’schen Psychoanalyse als Wissenschaft gegenüber: die sie restlos verhimmelnde, ,,verabsolutierende“ Jüngerschar der Freudianer, und die sie restlos ablehnende der Gegenzunft. Die Gegner werfen der Psychoanalyse wissenschaftliche Unsauberkeit, Dilettantismus, Uebertreibung, Sehematismus, vorschnelles Urteilen und Schlüsseziehen von Möglichem auf vermeintlich tatsächlich Vorhandenes auf allen den Menschen, seine Kultur und Geschichte und Geistesleistungen betreffenden Gebieten vor. Zwar konnte auch diese Gruppe