Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1929)
- Date
- 1929-05-01
- Page
- Seite 253 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Rashi 1× ep/1002670
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? חבר עיר Was ist 253 zu identifizieren? Wir haben hier doch ohne Zweifel denselben Grundstamm חבר und deshalb auch dieselbe Grundbedeutung. Das eine Maskulin-, das andere eine Femininbildung. Denken wir an solche Synongmbilaungen im Deutschen, wie der Verband und die Verbindung oder der Verein und die Vereinigung. Auch Raschi weiß aus reinstem Sprachgefühl heraus an der Stelle b’rachoth 30 a den Sinn von cheber nicht besser wiederzugeben als mit dem Worte ׳חבורה ebenso wie eine ganze Anzahl anderer Erklärer. In moed katan 27 b finden wir eine weitere Illustration des Aufgabenkreises dieser chaburah und damit eines solchen cheber. R. Hamnuna kam nach einem Ort, in dem ein Toter lag. Zu seiner lebhaftesten Empörung sah er Leute, die entgegen der feststehenden rabbinischen Bestimmung ihrer Alltagsarbeit nachgingen, anstatt sich dem Toten zu widmen. Erst als man ihn dahin aufklärte, daß im Ort eine chaburta11 (an dessen sprachlicher Identität mit chabura doch sicherlich nicht zu zweifeln ist) bestehe, gab er sich vollständig zufrieden. Das Bewußtsein, daß eine städtische Organisation vorhanden, gab die Privaten ihren Berufen frei. Die in dieser Erzählung uns berichtete talmudische Stellungnahme ist ja übrigens auch völlig in die halacha übergegangen; vgl. orach chajim 343. Wir dürfen vielleicht zum Vergleich mit dem talmudischen cheber auf die noch in unserer Zeit in zahlreichen Gemeinden bestehende c h e b r a kadischa hinweisen, die ihre Privaten oft geradezu von der Befassung mit den Toten ausschließt. Ja es will uns fast bedünken, als habe sich mit dem Aufgabenkreis auch der Name des cheber durch die Jahrhunderte in unsere chewra hinübergerettet. Die Gemeindeverhältnisse der talmudischen Zeit waren überhaupt denen unserer Zeit durchaus nicht unähnlich. Nach dem Falle des Tempels war die jüdische Bevölkerung im 11 Diese Stelle gebracht nach Krauß Jb. S. 229; der Einwand von Horovitz das. n. 103, daß in dieser Stelle חבורתא איכא במתא das Wort במתא vermutlich zu streichen sei, ändert, auch wenn er berechtigt sein sollte, nichts am Sinn dieses Satzes. 3