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Jeschurun · 1929-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1929) · p. Seite 244

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1929)
Date
1929-05-01
Page
Seite 244 (sequence 26)
Language
German
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244?חבר עיר Was ist Bewohner ihren Gemeinde-m’munneh mit sich geführt haben, der doch ein Mitglied ihrer Ortsbehörde war? Es ist doch nur von einem m’munneh die Rede! Was hat überhaupt ein solcher m’munneh mit einer Ortsbehörde als solcher zu tun? Dieser ״Beauftragte“ ist einfach mit der Pflicht versehen, die Tausende von Landbewohnern ungefährdet an ihr Ziel zu bringen. Man denke an die vielen unweltmännischen Bauern aus den entlegenen Gebirgs- und Wüstenorten, die z .T. noch nie über die Grenzpfähle ihres Heimatortes hinausgekommen waren. Diese konnte man doch nicht führerlos lassen! Ich vermute, daß diese m’munneh vom Tempel, jedenfalls aber von Jerusalem aus ins Land hinausgeschickt wurden. Sie waren die Organisatoren der Prozession. Vermutlich wiesen sie auch in der Hauptstadt jeden ankommenden Volksteil in seine Quartiere ein. Denn ohne eine solche gründliche Vorbereitung würde doch bei den vielen Zehntausenden von Fremden in der Stadt ein Chaos entstanden sein.5 Das obige offenbar aber bildet die Grundmauer des Krauß’schen Gedankenbaues! Er ist geradezu berauscht über seine Entdeckung, durch welche Licht auf Sinn und Bedeutung unseres eigentlichen Themas falle. In welcher Weise dies geschieht, wollen wir nun sehen. In babli sota 38b wird die Frage aufgeworfen, was zu geschehen habe, wenn in einer Synagoge nur kohanim anwesend sind. Die Antwort lautet, die Priester müßten trotzdem den Priestersegen sprechen; ihr Segen gelte den nicht anwesenden Brüdern, die bei der Feldarbeit sind. In der Parallelstelle des jer. T. (s. K. Jb. S. 199) befindet sich statt Synagoge das Wort ״Stadt“. Das genügt für K., um darauf die kühnsten Ideengebäude zu errichten. Es gab also Städte in talmudischer Zeit, die nur von Kohanim bewohnt 5 Es mag, wenn auch vielleicht deplaciert, daran erinnert sein, daß auch heutzutage noch bei katholischen Wallfahrten eines größeren Bezirkes nach einem Wallfahrtsort dieses Verfahren buchstäblich so gehandhabt wird. Man sammelt sich an einem zentralen Ort und zieht unter Leitung eines Organisators, der alles Erforderliche vorbereitet hat, ans Ziel.

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