Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 110)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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108 Bucherbesprechungen erwartung Berlin 1925. — ״Exil“ (Sp. 468 f.) Erfreulich, daß der Verfasser Gunkel erklärt: ״Freilich darf man die Bedeutung des Exils auch nicht so übertreiben, daß man ohne Weiteres von jedem Buche, ja von jedem Gedanken die Frage aufwirft, ob sie vor- oder nachexilisch seien.“ — ״Exkremente“: ״Vom Standpunkt des J .. vismus galten die Exkremente für so unrein, daß sie außerhalb des durch die Gegenwart Gottes geheiligten Lagers zu vergraben waren.“ Wie äußerlich ist jene wunderbare Stelle im Deuteronomium gefaßt! — ״Friedhof“ (Sp. 792): Wir hätten einen geharnischten Protest gegen die Schändung jüdischer Friedhöfe, die bald die Zahl von hundert erreichen, erwartet. Wie es denn überhaupt unfaßbar ist, daß die oberste Vertretung der christlichen Kirche sich bisher noch nicht zu einer Kundgebung gegen eine germanische Volksseuche aufgerafft, für die es kein Analogon unter den Kultur- Völkern gibt. — ״Geographie“ (Sp. 1025): Es fehlen in den Literaturangaben die grundlegenden Arbeiten Prof. Samuel Kleins. Was heute in neuhebräischer Sprache erscheint — und das ist ja ein Teil der jüdisch-wissenschaftlichen Literatur — wird leider von den Autoren dieses Handbuchs nicht berücksichtigt. Wie wir schon bei unseren früheren Besprechungen hervorgehoben, wollen diese einzelnen Ausstellungen nicht das geringste gegen die monumentale Bedeutung des Gesamtwerkes besagen. Es ist alles in den Bereich der religiösen Betrachtungen gerückt — daß diese eine spezifisch christliche vom Standpunkt eines wenn auch gemäßigten liberalen Protestantismus ist, damit müssen wir uns abfinden. Völlig erschöpfende orientierende Abhandlungen sind etwa ״Entwickelung“, ״Französische Literatur“, ״Erkenntnistheorie“. Es wird andererseits immer der subjektiven Beurteilung der Herausgeber überlassen bleiben müssen, wie viel Spielraum sie den Autoren lassen müssen. Uns scheint z. B. der Artikel ״Erbsünde“ viel zu klein geraten zu sein. Schließlich soll doch auch ein Nichttheoioge, ja auch ein Andersgläubiger über diese Grundsäule Christlicher Theologie, Religion und Religiosität unterrichtet werden. Als ein Beispiel unnachahmlicher Kürze und dennoch erschöpfender Behandlung möchten wir die ausgezeichnete Charakteristik Fontanes anführen, als ein anderes Beispiel einer so gedrängten Kürze, daß das Wesen der Sache dem Laien unverständlich bleibt, den Artikel ״Form“. J. W. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Woblgemuth, Berlin Druck: Hermen Druckerei und Verlag, Frankfurt a. M. .