Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Bücherbesprechungen Hermann Klein: Chochmoh im Nachloli, Homiletische und religionsphilosophische Abhandlungen zum Pentateuch, zu den Sprüchen der Väter und zu den Psalmen sowie einige halachische Abhandlungen, Berlin 1925. Verlag Sänger und Friedberg Frankfurt a. M. 314 Seiten. Verfassei ist denen, die die Freude gehabt, ihn zu hören, als ein Darschan bekannt, der das alte Magiduth mit der modernen Ärt zu predigen in trefflicher Weise vereint. Es ist erfreulich, daß die wertvollen Gedanke! und Ausführungen in diesem Werke uns dauernd erhalten und einem weiteren Kreise zugänglich gemacht sind. Wir hätlen freilich gewünscht, daß in manchen Auseinandersetzungen religionsphnosoph?scher Art. die z. T. von dauerndem Wert sind* das Philosophische vom Homiletischen säuberlich getrennt geblieben wäre. Es ist nicht jedermanns Sache, wenn er Aufklärung über religionsphilosophische Begriffe erwartet, die Objektivität der Dar- Stellung erschüttert zu sehen durch Druschauslegungen, die immer subjektiv bleiben. Unbedingt notwendig erscheint uns ein Sachregister, mit Hilfe dessen man sofort die überall hin zerstreuten und gelegentlichen Bemerkungen zu einer Frage, über die man Aufklärung erwartet, aufsuchen kann. Wir heben unter dem vielen Guten hervor: S. 17 f, S. 20, 41, 42, 45, 64. 65, 94 f, 120 ff, 146, 158 u. s. f. Als Beispiele einer Art des Drusch, für die Rez. kein Verständnis hat, möchte er anführen: S. 43 f. Bekannt ist der Midrasch zu ורוח תשימו בין עדר לעדר Jakob habe Gott gebeten, wenn Leiden über Israel kommen sollten, sie nicht unmittelbar aufeinander folgen, sondern immer eine Zeitspanne dazwischen zu lassen, damit sie in der Atempause sich erholen und nicht der völligen Vernichtung anheimfallen. Das soll nach des Verfassers Ansicht auch die Meinung der Pessachhaggada sein an der Stelle: והיא שעמדה לאבותינו ולנו ,,Das ist es, was unseren Vätern und uns beigestanden hat, daß nicht einer allein gegen uns auf gestanden ist, uns zu vernichten (der hätte seine ganze Kraft darauf konzentrieren können und hätte durch die ununterbrochenen Verfolgungen uns den Garaus bereitet) sondern daß man in jedem Geschlecht gegen uns aufsteht usw. — So etwas muß, wenn es überhaupt gedruckt werden soll, als הלצה gekennzeichnet werden, wie es von Verfasser S. 135 auch geschieht. Doch besagen diese Ausstellungen nichts gegenüber dem Werte eines Werkes, das so vielfache Anregungen gibt. Hervorzuheben ist noch besonders das flüssige, gute und leicht verständliche Hebräisch. Die haiachischen Abhandlungen können hier auch an einem Beispiel nicht gewürdigt, geschweige denn kritisiert werden. Eine Zensur aber dem anerkannten Lamdon zu erteilen, widerstrebt dem Rezensenten. J. W.