Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 97)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293065-2293066--10307-2303601- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zur Midrasch- und Palästinaforschung 95 Dieses Bet Baltin (Var. B. Bi 11in) erscheint auch in einer an unsere Mischna geknüpften Mitteilung des aus Babylonien nach Palästina übersiedelten Rab Huna: ״Als wir hierher hinaufzogen, da stiegen wir auf die Spitze von Bet Baltin und wir sahen die Dattelpalmen von Babel wie Hag- Sträucher.“18) Daraus folgt zunächst, daß Bet Baltin an dem von Babglonien nach Palästina führenden Wege lag; ferner, daß es hochgelegen war, so daß man von jener Spitze bis an die babylonische Landschaft schauen konnte. Gehörte diese hohe Spitze noch zu Palästina, oder lag es schon außerhalb jüdischen Gebietes, etwa gar an der babglonischen Grenze? Richtig hat schon R. Jakob Tarn (Tosafot Rosch-hasch. 23 b ד״ה בידם) festgestellt, daß es sich nur um einen Punkt in Erez Israel handeln kann. Die Mischna wollte ja nur jene Stationen nennen, wo das jüdische Bet-din Palästinas die Signale anzünden ließ; diese Behörde hatte aber die Möglichkeit dazu nur im Lande selbst, keinesfalls aber außerhalb seiner Grenzen.. Wo lag nun Bet-Baltin? Eine der hervorragendsten talmudischen Autoritäten, Rab — der auch lange Zeit in Palästina lebte — gibt als Gleichsetzung mit Bet-Baltin Röschhasch. 23 a B e - R a m an. Er wollte offenbar an Stelle des weniger bekannten Namens einen zu seiner Zeit wohlbekannten nennen. B e - R a m ist nun nach unseren Feststellungen der Ort beim Ram-See. Nördlich davon liegt an einer 1153 m hohen Bergspitze das große Dorf Megdel esch- Scherns19) an jener Straße, die von Babglonien, bezw. Syrien kommend, an Damaskus vorbeizieht und dann Panias erreicht. In diesem, vielleicht den Namen einer Sonnengottheit bewahrenden Orte glaube ich sicher Bet Baltin zu erkennen. Nordöstlich davon an der syrischen "Grenze gab es noch einige jüdische Ortschaften, z. B. Bet Ina und Bet Ima und 18) j. Rosch hasch. II 58 a. Zur Stelle s. Löw., Die Flora der Juden II, 313. 19) Ueber diesen Ort s. Robinson a. a. 0. 525;Bädeker, 229.