Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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אין מוקדם ומאוחר בהורה 23 den Anordnung führte, um diese Zeit, im ersten Monat des zweiten Auszugjahres, sich zutrug. Ebenso geschieht es mit der Reinigungsstrafe des Lästerers Lev. 24,!Off. und des Sabbatschänders Nu. 15, 32—36, wo es doch wohl erheblich näher gelegen hätte, die Strafbestimmung ganz kurz in das Verbot der Lästerung Ex. 22, 19, bezw. in das Sabbatgebot Ex. 31, 12ff. oder ib. 35, 1 einzuschalten, zumal dort schon (31, 14 u. 35, 2) die Todesstrafe über חלול שבת ausgesprochen wird. Selten fehlt bei einem Gesetz jede Zeitangabe, wie bei ׳פ, פרה Nu. 19, ein Abschnitt, der nach Stellung und Anordnung ganz besonders schwierig ist und vielleicht noch einmal besonders von mir behandelt wird. Für die Sache selbst erübrigt sich aber die Häufung von Beweisen. Fest steht, daß auf die zeitliche Einordnung überall aus Gründen, die mir übrigens noch durchaus dunkel sind, das allergrößte Gewicht gelegt wird. Somit kann der talmudische Satz אין מוקדם ומאוחר בתורה niemals bedeuten, daß es der Thora überhaupt nicht auf genaue zeitliche Reihenfolge ankommt, sondern nur, daß bisweilen von der Reihenfolge abgewichen wird, und zwar, wie gleich hinzugefügt sei, zugunsten sachlicher Zusammenhänge. So bringen denn Talmud und Midrasch für diese Erscheinung nicht halachische oder agadische Gründe bei, und ihnen folgt gewöhnlich, so auch zu Nu. 9, 1, Raschi. Die Thora will zwar Geschichte, aber keineswegs bloße Chronik sein, und ordnet daher, wo es ihr richtig erscheint, gelegentlich den Stoff nach sachlichen statt nach zeitlichen Gesichtspunkten. So werden am Ende der Manna-Erzählung Ex. 16, 32ff. Ereignisse berichtet, die erst erheblich später als zur Zeit der erstmaligen Mannaspende im zweiten Monat des ersten Auszugjahres sich zugetragen haben — daß Äharon davon eine Flasche voll vor das Zeugnis gelegt hat, von dem erstmalig Ex. 25, 21 die Rede ist, daß die Israeliten das Manna 40 Jahre aßen. Deutlich wird hier von der zeitlichen Aufeinanderfolge zu dem Zweck abgewichen, um möglich Alles, was vom Manna zu erzählen ist, sotort zu erledigen (Vgl. Sifre zu Nu. 9,1).