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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 654

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 654 (sequence 78)
Language
German
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654 Der Passauer JudenprozeB 1478. siche das Datum zum Beginn — und vor dem im Flugblatt genannten 10. März, dem Tage der Hinrichtung der Juden, vorgenommen worden. Hätte man erst nach dem 10. März die Geständnisse versandt, so würde man wohl nicht unterlassen haben, auch die Verurteilung zu erwähnen. Die Ueberschrift des ganzen Aktenstückes ist nicht genau, sie bezieht sich nur auf die beiden ersten Abschnitte, die Geständnisse Christoph Eisengreishaimers. Als Daten für diese werden der 10. und der 26. Februar angegeben, ohne daß gesagt wird, wann Christoph das eine und das andere eingestanden hat. Das erste Geständnis dem 10. und das zweite dem 26. Februar zuzuweisen, ist nicht möglich, da Christoph bereits am 10. Februar seine Verbindung mit den Passauer Juden angegeben haben muß; denn sie wurden am Abend des 10. Februar verhaftet. Aber ebenso falsch wäre das umgekehrte chronologische Verhältnis: die Annahme des 26. Februar für den ersten und des 10. Februar für den zweiten Abschnitt. Offenbar beruht die Reihenfolge in der Berichterstattung darauf, daß den Regensburgern aus den Verhören des 10. und 26. Februar erst einmal das mitgeteiit wird, was sie besonders anging. Darum enthält der erste Abschnitt einen Auszug aus der Liste der von Christoph eingestandenen verschiedenen Kirchendiebstähle1 * * mit Ausnahme des in Fregung, besonders aber seinen Handel mit dem Regensburger Juden Suttel. Erst dann folgt im zweiten Abschnitt, was Christoph am 10. Februar über Fregung und die Passauer Juden bekannte, da sich die Regensburger auch hierfür interessierten. Anders ist der Bericht in E gestaltet. Auf dieselbe Ueberschrift mit den beiden Daten folgt zuerst Christophs Bekenntnis über Fregung und Passau, dann mit ,,Item mer hat er bechannt“ das Geständnis über den Verkauf der in Weng 1 Vgl. im Schreiben des Passauer Richters vom 22. Febr.: ״der under anderem übel, so er in mercklicher anzall beganngen, bekaht hat‘4 (S. 556) und in der ״Geschieht“: ״hat unnder anndren merckliehen artickeln bekanntt“ (S. 558).

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