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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 645

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 645 (sequence 69)
Language
German
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Die ursprüngliche Schrift des Pentateuchs. 645 Wie es mir scheinen will, geben uns die von mir gemach״ ten bisherigen Ausführungen die richtige Deutung dieser schwierigen Mischnahstelle. Sicherlich ist hier unter הכתב die heilige Quadratschrift der Tempelthorarollen zu verstehen. Die Meisterung dieser Schrift war Ben Kamzar zuteil, wie die Herstellung des Schaubrotes und des Räucherwerkes den Ab״ tinas und Garmo. Er wurde nun, wie die letzteren für ihre Fächer, aufgefordert, diese Schrift anderen beizubringen, zum Zwecke der Verwendung im Heiligtume beim Schreiben von Thorot und sonstigen Rollen. Ben Kamzar verweigerte aber dies. Während die anderen noch triftige Gründe für ihre Verweigerung anführen konnten (,,vielleicht wird diese Kunst ein Unwürdiger erlernen und damit Götzendienst ausüben“) vermochte Ben Kamzar dies nicht, da bei der Schrift diese Be״ gründung nicht angeht. Die Kunst Ben Kamzars war aber für den Tempel von besonderer Bedeutung, und wie ich schon oben ausgeführt habe, mußte wohl Esra sonst jemanden erst ausfindig machen, der noch die כתב אשורי im Gedächtnis hatte, und der ihm zeigte, wie dies zu handhaben sei. Esra aber übte sich wohl darinnen, bis er ein ,,geübter Schreiber der Thora Mosis“ (Esra 7, 6) wurde, und diese Schrift wieder einführte. So kam es, daß im Privatleben und Handels״ verkehr die althebräische Sprache weiter dominierte, wäh״ rend das כתב אשורי bei den Juden bis auf den heutigen Tag hauptsächlich zur Herstellung von Thorarollen und מגלות An- Wendung findet, und von einem Hauche der Heiligkeit um״ geben ist. Ja, die Halacha statuierte im Sinne dieser Aus״ führungen: Man schreibe die biblischen Schriften weder alt״ hebräisch noch aramäisch, medisch und griechisch. Hat man diese in anderen Schriften und Sprachen geschrieben, darf darin nicht gelesen werden, nur wenn sie in puadratschrift und in der heiligen Sprache geschrieben sind (Mas. Soferim I, 7.). Wir kommen jetzt zum Schluß. Mit dem Schreiben aller Thorarollen in Quadratschrift wurde diese handliche Schrift immer weiteren Kreisen bekannt und fand allmählich beim Anfertigen wichtiger Dokumente,

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