Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Tescfiururt 15. Jahrgang 5689 מרחשון—כסלו Nov.— Dez. 1928 Heft 11/12 Sigmund Freuds Unglaubensbekenntnis. Von Dr. Armin Bl an, Hamburg. Kenner des psychoanalytischen Schrifttums hatten schon immer erv/artet, daß der Schöpfer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, als reife Frucht seines Lebenswerks einmal eine große Auseinandersetzung mit den Fragen der Religion und ihrer Wissenschaft auf Basis seiner psychoanalytischen Lehre her״ aushringen werde. Vieles in seinem System und in seinen Schriften drängte zu einer solchen Stellungnahme (besonders sein Buch: Totem und Tabu, das sich mit der Erklärung und Entstehung der Religion der Primitiven, des weiteren mit dem Ursprung der Religion überhaupt beschäftigt). Ebenso haben sich seine Schüler (Rank, Reik, Abraham) mit verschiedenen Problemen der Religionsgeschichte beschäftigt (siehe darüber meine Artikel in den verschiedenen Jahrgängen dieser Zeit״ schrift). In der hier zu besprechenden Schrift: ״Die Zu״ kunft einer Illusion“ (Internationaler Psychoanalyti״ scher Verlag 1927) versucht nun Freud zum ersten Maie etwas Weltanschaulich ״Systematisches über die Fragen der Religion zu sagen, und zwar gleich nicht über Teilfragen und Einzelprobleme der Religion, sondern über die Genesis und Existenzberechtigung der Religion überhaupt. Wer diese Schrift in der Erwartung zur Hand nimmt, hier eine syste״ malisch durchgearbeiiete, philosophisch wohlfundierte Arbeit, eine Kritik der bestehenden Religionssysteme und den Aufbau einer eigenen, auf Grund psychoanalytischer Kriterien kon״ struierten Weltanschauung zu finden, sieht sich enttäuscht. Das Buch Freuds stellt sich als eine ziemlich unsystema״ 1