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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 558

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 558 (sequence 86)
Language
German
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558 Der Passauer JudenprozeB 1478 Die Auskunft erfolgte zunächst auf die Frage nach dem Verfahren gegen die gefangenen Juden, und zwar in Form eines Berichtes, wie er über den Stand des Prozesses wahrscheinlich auch an andere Änfrager von Passau aus mitgeteilt wurde: Vermerckt, warumben oder aus was Ursachen die Juden zw Passaw in vancknuß komen und genommen sein etc. Item von erst ist einer genanntt Cristoff Eysengrubhaimer in meins genedigen heren von Passaw lannde der abbtey betreten und angenommen worden und ligt auf dem oberhauß gevenncknuß. Derselb Cristoff hat unnder anndren mercklichen artickeln bekanntt, wie er den Juden zu kauften geben habe acht partickel des sacramennts, dieselben partickel er aus der kirchen in der Freyung geprochen und gestollen hab an freytag vor Michaelis und dieselben in einer taschen her getragen und von dem freitag biß an den suntag behallten, alsdann sy das von im genommen und 1 reinischen gülden dafür bezallt habenn etc. Darauf sind die Juden angenommen gevanncknuß und gefragt wordenn. Und habenn darauf bekannt, es sey war, das sy das sacrament kaufft und gehabt haben und 2 partickl in die Newstatt, 2 partickel gen Prag, 2 partickel gein Saltzburg geschickt und den zwen partickel haben sy behallten, und einer under in hat in das ein partickel mit einen messer gestochen, alsdann haben sy ein antlütz und einen pluetztropfen in demselben partickel gesehen. Äber wo dieselben partickel hin kommen sein, hat man bisher ab in nit erfarenn können noch mugen, wan sy gantz erstockt sein, und der merer taill der Juden bekennen das. Vorstehender Bericht1 darf als offiziell gelten. Vergleichen wir mit ihm die private Mitteilung Frießhaymers vom 17. Februar, so wird im Bericht das Geständnis des ,,Cristoff Eysengrubhaimer“ — mit diesem Namen erscheint er hier — über 1 Die Abschrift, die auf der Rückseite die Notiz trägt: ״Die Geschieht der gefangen Juden zu Passaw des hochwirdigen sacraments unnsers heren Jesu Christi“ ist undatiert. Ich setze die Äb- Sendung dieses Berichts gleichfalls in die Tage nach dem 22. Febr., dem Schreiben des Marschalls. In diesem Briefe wird von einem gesprochen, der im Passauer Gefängnis liegt. Die Gefangennahme war also früher noch nicht offiziell mitgeteilt worden. Demnach kann die ״Geschichte“ zeitlich nicht vor dem 22. Febr. übersandt worden sein.

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