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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 545

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 545 (sequence 73)
Language
German
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Der Passauer JudenprozeB 1478 545 (11) Hge wirt der Cristoff, des Sacramentz Verkaufter, auff einem Wagen zergssen mit gluenden Zangen. (12) Hge hebt man an, zw pawen unserm Herren zu Lob egn GotzhauB aus der Juden Sgnagog etc. Die Ueberschriften bilden eine Ergänzung zum Berichte. Sie fügen hinzu, daß Christoph die Partikel in seine Tasche (Handtasche) legte (Ueberschrift 1) und im unversehrten Zustände den Juden auf den Tisch schüttete (2). Unter den Empfängern wird der Schulklopfer besonders genannt (3). Derjenige, der das Sakrament in der Sgnagoge sticht, heißt Pfegl (4). Die vier Juden, die sich taufen ließen und deshalb nur geköpft wurden, tragen die Namen Fackel, Mandel,1 Kolman und Walich (8). Die beiden Juden, die mit Zangen zerrissen wurden, sind der genannte Pfegl und ein anderer Namens Vettel (9), sie hatten das Sakrament gestochen und verbrannt (nach der Ueberschrift zu Bild 4 sticht nur Pfegl). Äuch diese beiden werden zusammen mit den anderen Juden, die sich nicht taufen ließen, verbrannt (10). Än Stelle der Sgnagoge wird eine Kirche gebaut (12). Ueber dem letzten Bilde weist die Ueberschrift darauf hin, daß mit dem Bau des Gotteshauses begonnen wurde. Wie eine Inschrift, die früher vorhanden war, meldet, legte am 16. August 1479 Bischof Ulrich den Grundstein der Kirche. Der Bau zog sich längere Zeit hin. Die Krgpta wurde 1483, der obere Chor 1484 vollendet, der ganze Bau fand erst um 1500 seinen Abschluß.2 Trotzdem zeigt uns schon der Holzschneider des Flugblattes das Aeußere eines fertigen Hauses und daneben das Innere einer Kirche mit drei knieenden Betern und Weihstücken geheilter Kranker. Der Beginn eines Kirchenbaues war zeichnerisch schwer darzustellen, darum ließ der Holzschneider seine Phantasie frei walten. Jedenfalls stammen Bericht und Bilder aus der Zeit bald nach dem Tode 1 Er ist der vorher erwähnte Schulklopfer. 2 Zur Baugeschichte siehe Erhard, Geschichte der Stadt Passau II, 210—212 und Schmid, Passau (1912), S. 59—61.

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